Rezension:

Hartmut Dreier                                                        

Johannes Lähnemann: Lernen in der Begegnung. Ein Leben auf dem Weg zur Interreligiosität. 

Johannes Lähnemann gehört zu den Pionieren einer am Gemeinwohl und Friedensethik orientierten Theologie und Pädagogik und hat bahnbrechend in interkultureller, interreligiöser Religionspädagogik gewirkt. Recht erfolgreich dank seines ihm eigenen langen Atems hat er Praxis und Theorie verbunden, andere beeinflusst und er fällt unter seinesgleichen  angenehm auf: unaufdringlich, unprätentiös, für Vorhaben andere gewinnend, weltgewandt, musisch. Wer ihn kennt, hat ihn oft erlebt mit seinem Blasinstrument im Gepäck oder an den Lippen, einen Paul Gerhard-Choral oder ein Bach-Vorspiel blasend: auch bei interreligiösen Tagungen  und solche anregend: Nachweisbar braucht auch „Dialog“ Musik. Denn Ethik  und Reflexion wurzeln im  „Schönen“ (worauf Milad Karimi gerne hinweist).

In seiner  Biografie von Ende 2017 „Lernen in der Begegnung. Ein Leben auf dem Weg zur Interreligiosität“ schildert Johannes Lähnemann (Jahrgang 1941) seinen Lebensweg, mit Fotos auch aus dem Familiären, und mit wichtigen Konferenzprotokollen aus Begegnungen und Projekten der modernen Religionspädagogik und Friedensethik, z.B. in „Religions for Peace“. Das Buch liest sich spannend und ist ein Handbuch, ein Nachschlagewerk der Etappen auf dem Weg zu einer  Humanen Bildung, interkulturell und religionssensibel, zuhörend und Hoffnung „stiftend“, in Sorge um den Planeten Erde.  Der Autor ist ein echter „Kümmerer“ z.B. in der mehrjährigen Untersuchung, wie das Christentum in Schulbüchern z.B. in der Türkei dargestellt ist. Er förderte auch die Zusammenarbeit mit der seit Jahrzehnten faszinierenden modernen islamischen Theologie/Religionspädagogik  in Ankara („Ankara Schule“, z. B. eine Beyza Bilgin).In seiner interreligiösen  Pädagogik kooperiert er von Anfang an mit dem von Tübingen ausgehenden „Projekt Weltethos“ („Kein Weltfriede ohne Religionsfriede“ und umgekehrt, Hans Küng und Franz-Josef Kuschel). Unverzichtbar ist für ihn der Konziliare Prozess  für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Das Buch berichtet auch umfassend über das seit 1982 alle 3 Jahre stattfindende Internationale Nürnberger Forum – zu den aktuellen epochalen Debatten und mit vielen praktischen Impulsen.

Das sehr gut lesbare Buch zeigt, wie existenziell zusammen gehen kann: eine musische Ader und Hartnäckigkeit, menschliche Nähe, genaue wissenschaftliche Kontextualität, Praxis am Ort (immer weiter in Nürnberg, neuerdings im Un-Ruhestand in Goslar) und vielerlei Einmischungen auch dank weltweiter Vernetzung.

 Göttingen: Vandhoek&Ruprecht 2017, 304 Seiten


Hartmut Dreier                                                                                     1.2.2019

Ortlieb Fliedner: Liebe Rana, lieber Achmed. Briefe über Deutschland zur Vertiefung der Fragen des Einbürgerungstests.

Dieses Taschenbuch sollte durch die Landes- und Bundeszentralen für Politische Bildung maximal verbreitet werden. Alle Heranwachsenden hierzulande sollten es in der Klasse 10 ausgehändigt bekommen. -  Aus menschenrechtlicher Sicht erläutert  Dr. jur. Fliedner, was es mit der Bundesrepublik Deutschland auf sich hat. Seine sorgfältig gearbeitete, aktuell recherchierte Darstellung legt er vor  als Briefe an „Liebe Rana, lieber Achmad“, ein Flüchtlingspaar aus Syrien, die 2015 nach Bonn in die Nachbarschaft von Ehepaar Ortlieb Fliedner und Sabine Hadamik kamen und es auch dank solch eines fundierten, nachbarschaftlichen Trainings geschafft haben. Das Buch enthält auch den Gesamtkatalog der 310 für den Einbürgerungstest zugelassenen Prüfungsfragen, aus denen jeweils 33 Fragen per Zufallsgenerator ausgewählt werden; zu jeder Frage gibt es vier Antworten, von denen immer nur eine richtig ist. Bestanden hat, wer 17 Fragen richtig beantwortet; ich hätte vermutlich bei der ein oder anderen Frage gepasst. - Fliedner war  1995 – 99 erster hauptamtlicher Bürgermeister in Marl, lebt seitdem wieder in Bonn, als Anwalt u. a.für Medienrecht. 

Wiesbaden: KSV Kommunal – und Schulverlag , 2018, 210 Seiten


Hartmut Dreier                                                                                                              1.Feb. 2019

Ferdinand Kerstiens: Trotz allem: Hoffnung – Biblisch – politische Anstöße

Ferdi Kerstiens, geb. 1933, kath. Priester, Studentenpastor in Münster bis 1975, seitdem in Marl. „Ferdi“ ist Pfeffer und Salz in jeder Suppe, nicht nur in Marl und früher in Münster, nicht nur im Bistum Münster sondern als Akteur der „Kirche von unten“ und entsprechender Aktionen bei Katholikentagen („von unten“) und als „Geistlicher Berater“ der kath. ökumenischen Friedensorganisation Pax Christi, im „Weltzentrum“ Marl und wo er gebraucht wird. Gebeten und ungebeten, beauftragt und selbst ernannt mischt er sich ein. Einige Kostproben davon hat er nun neu zugänglich gemacht in diesem Taschenbuch. Er widmet es, indem er allen dankt, die „mich teilnehmen ließen an ihrem Glauben, ihren Fragen und Enttäuschungen und mit denen ich gemeinsam für eine jesusgerechte Kirche und eine menschengerechte Gesellschaft kämpfte“. Auf seine Krücke gestützt kämpft er weiter mit der Kraft seines kritischen Geistes und seiner „gebildeten“/informierten Menschlichkeit.

Fromm Verlag 201883 S, ISBN; 978-613-8-35018-7


Literatur zum 27. Januar 2019 - Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus.

Hartmut Dreier                                                                                  1.Feb. 2019

Klaus Ahlheim: Mehr Opium als Salz? Theologie und Religionskritik nach 1968 

Klaus Ahlheim betreibt als studierter Theologie Religionskritik und als habilitierter Pädagoge kritische politische Erwachsenenbildung. Im o.g. Sammelband legt er Aufsätze und Reden von 1969 – 1979 vor, er war  Studentenpastor in Frankfurt/M (1972 – 1981) und schlug sich mit der bürgerlichen Theologie und Kirche herum. „Zeitgenossen finden sich in vielen Bezügen an die eigene Praxis erinnert. Man muss sich fragen, wie viel Verdrängung sich in die Nachrufe auf den großen Staatsmann Helmut Schmidt gemischt haben, wenn man Klaus Ahlheims Buchbesprechung über die „Religion des Herrn Schmidt“ aus dem Jahr 1976 liest“ (so Hans Gerd Klatt in einer Rezension). Ahlheims kritische und sehr gut lesbare Texte sind auch heute – Jahrzehnte später – zutreffend und erhellend: Themen wie „Religionskritik von Karl Marx“, „Zur funktionalen Theorie kirchlichen Handelns“, „Protestantismus und Kapitalismus bei Max Weber“. Ahlheim sieht Hoffnung bei Parteinahme in sozialen Konflikten für die Aufbegehrenden („Die Veränderung von Theologie in sozialen Konflikten“). Für Ahlheim ist die Frage nach der gesellschaftlichen Alternative (einschließlich der Eigentumsfrage – auch an Produktonsmitteln) das was wirklich zählt, die Verpflichtung aus der Botschaft Jesu wie sie ein Johannes von Konstantinopel (genannt „Chrysostomos“) im 4. Jahrhundert klar „drauf hatte“: Daran misst Ahlheim bürgerliche Theologie und Kirche in den 1960/70er Jahren. - Bis zu seinem beruflichen Umstieg. Als Erwachsenenpädagoge hat er ab 1981 als Professor in Marburg und Essen (Duisburg-Essen) gewirkt und Studierende angestiftet, auch in Projekten gegen Rechtsextremismus“ (Rechtsextremismus  auch in der „Mitte der Gesellschaft“), zum „Vorurteil“ und zur „Gedenkstättenarbeit“. Er wirkt in den Spuren von Adornos Frage von 1959: „Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit?“ bzw „Erziehung nach Auschwitz“. In Marburg hat er für Unruhe gesorgt, als er den damaligen sozialethischen Star Dietrich von Oppen wegen dessen Wissenschaftskarriere im NS-Staat skandalisieren half. Ahlheims „frühe“ Religionskritik und Kirchenkritik ist auch in den derzeit schrumpfenden Kirchen klug, erfrischend, aktuell. Salz inmitten von Opium!

Ulm: Klemm+Oelschläger 2015, 196 S. 

Sehr empfohlen sei auch Rose Ahlheim/Klaus Ahlheim: Autonomie statt Gehorsam. Zu einer Erziehung nach Auschwitz“, Ulm: s.o.2018,40 S. Es geht um Kindererziehung – und um mehr.


"Der andere Prophet: Jesus im Koran" von Mouhanad Khorchide, Klaus von Stosch, Verlag.Herder Freiburg i.Brsg. Quelle: MiGAZIN, April 2018

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Peter Hensinger: Trojanisches Pferd Digitale Bildung“

Auf dem Weg zur Konditionierungsanstalt in einer Schule ohne Lehrer

60 Seiten, 5.-- €

Inhalt: Die Superwanze-Smartphone und TabletPC als Lehrmittel / Troja­nisches Pferd „Digitale Bildung“: Big Brother ist teaching you! / Führt der Einsatz von digitalen Medien zu besserem Lernen? / Die irreversiblen Schädigungen des Gehirns / Die Digi-talisierung des Natürlichen /Zehn bereits eingetretene Nebenwirkungen / Die soziale Ungleichheit wird verstärkt und die Bildungsschere geht auseinander / iDisorder - „... als hätten wir alle ADHS!“ / „Brave New World“? Kritiker formieren sich: Nein zur Googlification der Erziehung! / Fünf Thesen /Über den Autor / Im Anhang: Trojaner aus Berlin: Der „Digitalpakt#D“

Die vorliegende Veröffentlichung beschäftigt sich mit der schleichenden Neuaus­richtung unseres Erziehungswesens durch digitale Medien. Es geht um die Bestrebungen von Google, Apple, Microsoft, Bertelsmann, der Telekom & Co., Bildung in die Hand zu bekommen – und warum fast keiner diese Unterwanderung bemerkt.

Wer den Stand der wissenschaftlichen Forschung kennt, weiß, dass Smartphones, Tablets und WLAN als Lernmittel im Unterricht eher schaden als nützen. Wer Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit erhöhen möchte, investiert nicht in Technik, sondern in die Ausbildung und Anstellung von Lehrkräften und stärkt die Vermittlung der traditionellen Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen. Das ist die Basis für Bildungsprozesse mit analogen wie mit digitalen Medien.“

(aus dem Positionspapier der Initiative „aufwach(s)en mit digitalen Medien“ des Bündnisses für Humane Bildung)

 

pad-Verlag – Am Schledorn 6 – 59192 Bergkamen / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Islam (Frühjahr 2017)

Weltreligionen (vor wenigen Tagen)

Preis: 24,99 €

 

Das Buch präsentiert in Word und Bild die großen Weltreligionen: Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus sowie Hinduismus. Die faszinierende Geschichte der Entstehung dieser Religionen und ihres durch die Jahrhunderte wechselnden Verhältnisses zueinander ermöglicht Einblicke und Wertschätzung für die fremden Ähnlichkeiten der anderen Religionen.

 


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Quelle: Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A)e.V. Nachrodt/Westfalen

 

 Es geschehen Zeichen und Wunder!

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Kirchentag Dortmund, Fr, 21. Juni 2019, 11.00 Uhr
Ängstigt euch nicht Eine Ermutigung
Prof. Dr. Dr. h. c. Heribert Prantl, Chefredaktion Süddeutsche Zeitung, München

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Für einen grundlegenden Neubeginn 

Pressemitteilung des Oekumenischen Ratschlags am 22. Juni 2019 in Dortmund

hier als PDF

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Ulrich Grober zu Europa in der heutigen Welt.

Ulrich Grober ist Publizist und Buchautor mit den Themenfeldern 
Ökologie, Nachhaltigkeit und zukunftsfähige Lebensstile. Ihn interessiert 
vor allem die Verknüpfung von kulturellem Erbe und Zukunftsvisionen, wobei 
er religions-sensibel ist. Sein aktuelles Buch "Der leise Atem der Zukunft 
- vom Aufstieg nachhaltiger Werde in Zeiten der Krise" erschien 2018 in 
der 2. Auflage. Ulrich Grober lebt in Marl.

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Ergebnisse der Kommunalwahl in der Türkei:

Allgemein:  

Mehr als 57 Millionen Wählerinnen und Wähler bestimmten in der Türkei in fast 200.000 Wahllokalen gestern die Bürgermeister von 30 Großstädten, 51 Provinzhauptstädten und 922 Bezirken sowie Repräsentanten auf kommunaler Ebene. Im ganzen Land waren rund 553.000 Polizisten und Sicherheitskräfte im Einsatz, um die Stimmabgaben zu sichern. Im Osten und Süden der Türkei wurden leider im Zusammenhang mit den Wahlen vier Menschen getötet.

Die Wahlbeteiligung lag bei 84,54 %. Die regierende AKP und die MHP sind in einer Allianz in die Wahl gegangen, genauso die Republikanische Volkspartei CHP mit der aus der MHP gespaltenen „Iyi Parti“ (Gute Partei). In einzelnen Orten gab es Wahlabsprachen zwischen CHP, lyi Parti und HDP. Die Allianz von AKP-MHP kommt türkeiweit auf 51,63 %  der Stimmen, die Allianz von CHP-Iyi Parti auf 37,55 %. 

Die Links zeigen ein differenziertes Bild der Wahlergebnisse.

https://www.haberturk.com/secim/secim2019/yerel-secim 

http://secim.cumhuriyet.com.tr/?secim


Muslimischer Jugendverband in Indonesien. (aus: CIBEDO 4/18 - CIBEDO erscheint im Verlag Aschendorff, Münster/W.)

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Buchautor Max Czollek: "Positiven
Nationalismus gibt es nicht"

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Quelle: DerStandard, Wien


Der Duisburger OB Link und das St. Florian-Prinzip

Der Duisburger OB Sören Link fordert Ankerzentren a la Seehofer.  Weiß er, was er da fordert? Oder ist es ihm egal, wenn Menschen, die keine Straftat begangen haben, sondern nur Schutz und Lebensperspektiven suchen, in Masseneinrichtungen mit bis zu 1500 Personen bis zu 18 Monate eingesperrt werden? In totaler Isolation, ohne Hoffnung und Perspektiven, werden laufen die Menschen Gefahr, entweder depressiv oder gewalttätig zu werden. Nicht ohne Grund hat die Polizeigewerkschaft zu Protesten gegen die Ankerzentren aufgerufen. Von gezielter "Verelendung" spricht Werner Schiffauer, Vorsitzender des Rats für Migration, einem bundesweiten Zusammenschluss von Migrationsforschern. Selbst in der CDU/CSU sind sie umstritten. Dass Massenunterkünfte zu Problemen führen, ist längst unstrittig – das wissen auch Kommunalpolitiker.  Was würde Herr Link denn sagen, wenn in Duisburg ein Ankerzentrum eröffnet werden sollte? Er handelt eben nach dem St. Florian-Prinzip: „Heiliger Sankt Florian / Verschon’ mein Haus / Zünd’ and’re an!“

Früher stand die Sozialdemokratie für universalistische Werte, für die Gleichheit und Würde aller Menschen. Und heute?

Dr. Wolf-Dieter Just, Duisburg

Emeritierter Professor für Ev. Sozialethik, mit aktuellen Lehraufträgen  an der Ev. Hochschule in Bochum und der Staatlichen Hochschule in Düsseldorf, Ehrenvorsitzender der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche. Siehe auch Wikipedia zu Just.


Flüchtlingspolitik in Europa: Erst stirbt das Recht, dann der Mensch!


Für eine christliche, menschenrechtliche und solidarische Flüchtlingspolitik in Europa!

Als Christinnen und Christen, als Bürgerinnen und Bürger, fordern wir die Regierungen in der EU auf, den Flüchtlingsschutz nicht weiter zu gefährden. Von unseren Kirchen in Europa erwarten wir die Verteidigung der Menschenwürde ohne politische Rücksichtnahme.

Kriege, Unterdrückung und Ungerechtigkeit sind zentrale Gründe dafür, dass Menschen ihr Zuhause verlassen. Für Staaten, und Gesellschaften ist diese Not eine Herausforderung. Viele Menschen in Europa sehen das Problem jedoch in den Flüchtlingen und Migranten und fordern Abschottung. Die Politik folgt dieser Logik immer mehr. Es ist höchste Zeit, dies zu ändern und die Folgen dieser Entwicklung klar zu benennen.

Die Regierungen in Europa dürfen sich nicht aus der Verantwortung stehlen, indem sie Grenzen schließen und Menschen in Not abwehren. Die Europäische Union braucht Humanität und Ordnung in der Flüchtlingspolitik, nicht Härte und Auslagerung. Es ist richtig, über gemeinsame Grenzkontrollen festzustellen, wer nach Europa einreist und für eine faire Verteilung der Flüchtlinge zu sorgen. Aber es ist völkerrechtswidrig, Menschen in Seenot nicht zu retten. Es ist unverantwortlich, Menschen monatelang in Lagern festzuhalten, andere Staaten für die Abwehr von Flüchtlingen zu bezahlen und gefährliche Herkunftsstaaten für sicher zu erklären. Diese Abschottung schreitet seit Jahren voran und höhlt das internationale und europäische Flüchtlingsrecht aus. Dabei wissen wir aus der Geschichte: Erst stirbt das Recht, dann stirbt der Mensch.

Diese Flüchtlingspolitik hat keine gute Zukunft. Diese Politik bedroht nicht nur die Flüchtlinge, sie setzt auch unsere eigene Humanität und Würde aufs Spiel. Die Kampagnen gegen jene, die sich für Flüchtlinge einsetzen – insbesondere die zivile Seenotrettung –, zeigen: Moral wird verunglimpft und Menschlichkeit kriminalisiert.

Wir lassen uns durch diese Politik nicht zum Schweigen bringen. Wir werden weiter für Mitmenschlichkeit einstehen und Zeugnis in unserer Zeit ablegen. Unsere Kirchen und Häuser müssen Zufluchtsorte für alle Menschen bleiben, die Hilfe, Schutz und Hoffnung suchen. Nicht nur, weil wir als Christinnen und Christen eine Gemeinschaft aus verschiedenen Ländern sind. Sondern auch, weil unser Glaube uns dazu herausfordert: in Jesus Christus erkennen wir den Notleidenden, den Flüchtling, den Mitmenschen.


Wir fordern von den Regierungen in der Europäischen Union:

Finden Sie Lösungen und eine Sprache, die von Humanität geleitet sind. Bekämpfen Sie Fluchtursachen, nicht die Flüchtlinge. Wahren Sie internationales Recht, statt es durch Abschottung auszuhöhlen. Entscheiden Sie sich für eine Politik der Mitmenschlichkeit und Solidarität, damit Europa seine Würde behält.


Wir fordern von den Kirchenleitungen in Europa:

Setzen Sie sich für Flüchtlinge ein. Äußern Sie sich mutiger, klarer und unmissverständlich. Nehmen Sie keine Rücksicht auf die Politik, sondern nur und ausschließlich auf die Menschen in Not. Setzen Sie sich in dieser historischen Situation für Flüchtlingsschutz und Humanität ein: Weisen Sie alle politischen Vorschläge zurück, denen nicht Liebe und Mitmenschlichkeit zugrunde liegen. Besuchen Sie die schutzsuchenden Menschen in ihren Unterkünften. Sprechen Sie mit den Helferinnen und Helfern, die aus Verzweiflung resignieren. Stärken Sie die Einrichtungen, die sich für Flüchtlinge einsetzen.

“Gib Rat, sprich Recht, mach deinen Schatten am Mittag wie die Nacht; verbirg die Verjagten, und verrate die Flüchtigen nicht!” (Jesaja 16,3)


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Danke für jede Unterstützung und weitere Unterschrift:

https://www.change.org/fluechtlingspolitik


Europe Calling: "Gleiche Rechte für Sinti und Roma! - Was will Romeo
Franz im Europaparlament?" - 2. Juli 2018, 18:00 - 19:30 Uhr

Direkt zur Anmeldung:
https://attendee.gotowebinar.com/register/4889063506987935491


Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,

Sinti und Roma stoßen in Europa und Deutschland immer noch auf
Ablehnung und werden in vielen Lebensbereichen systematisch
diskriminiert. Ihr Alltag ist geprägt von Ressentiments, Ausgrenzung,
Vorurteilen und Gewalt. Viele Sinti und Roma verheimlichen deshalb ihre
Zugehörigkeit. Antizyganismus ist eine besonders tabuisierte Form des
Rassismus.

 Der ganze Text als PDF

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Aufruf:

Solidarität statt Heimat

Nennen wir das Problem beim Namen. Es heißt nicht Migration. Es heißt Rassismus.

Vom „gefährdeten Rechtsstaat“ in Ellwangen über die „Anti-Abschiebe-Industrie“, vom „BAMF-Skandal“ über „Asylschmarotzer“, von der „Islamisierung“ bis zu den „Gefährdern“: Wir erleben seit Monaten eine unerträgliche öffentliche Schmutzkampagne, einen regelrechten Überbietungswettbewerb der Hetze gegen Geflüchtete und Migrant*innen, aber auch gegen die solidarischen Milieus dieser Gesellschaft. Die politischen Debatten über Migration und Flucht werden seit Monaten von rechts befeuert und dominiert – und kaum jemand lässt es sich nehmen, auch noch mit auf den rechten Zug aufzuspringen.

Doch nicht nur das. Inmitten einer immer noch lebendigen Willkommens- und Unterstützungsbewegung, inmitten der großen und wachsenden Proteste gegen die AfD, inmitten der beeindruckenden Kämpfe von Geflüchteten für ihr Recht auf ein gutes Leben und inmitten wachsender Bewegungen für eine nachhaltige, globale Gerechtigkeit wird vielerorts so getan, als sei der Rechtspopulismus der einzig maßgebliche Ausdruck der aktuellen gesellschaftlichen Stimmungslage. Diese Behauptung ist falsch. Und sie ist politisch fatal.

Es ist daher für uns an der Zeit, gemeinsam und eindeutig Stellung zu beziehen. Wir verweigern uns ausdrücklich der politischen Logik einer sich verfestigenden rechten Hegemonie. Wir wenden uns gegen eine Politik des Ressentiments – und gegen Strategien, die hieraus Kapital schlagen wollen für eine nur dem Anschein nach progressive oder soziale Politik. Wir sind uns sicher, dass es keine fortschrittlichen Antworten auf reaktionäre Fragen gibt. Der rechte Diskurs formuliert keine Probleme. Er ist das Problem.

Nennen wir das Problem beim Namen. Es heißt nicht Migration. Es heißt Rassismus

In den letzten Jahren hat sich in weiten Teilen Europas ein politischer Rassismus etabliert, der die Grenzen zwischen den konservativen, rechten und faschistoiden Lagern zunehmend verschwimmen lässt. Für Deutschland gilt: Der bislang größte Erfolg der AfD war nicht ihr Einzug in den Bundestag. Ihr mit Abstand größter Erfolg ist, dass man sich in diesem Land wieder hemmungslos menschenverachtend geben und äußern kann. Rassismus ist wieder ganz normales Alltagsgeschäft geworden, im hohen Haus in Berlin wie beim Bäcker um die Ecke. Bei „Spitzenpolitikern“ und Normalsterblichen, bei „Liberalen“ – und selbst unter Linken.

25 Jahre nachdem der Deutsche Bundestag auf rechtsextreme Anschläge und Morde mit der Einschränkung des Grundrechts auf Asyl antwortete, erleben wir wieder eine Politik, die ohne Not und am laufenden Band Zugeständnisse an rassistische Ressentiments macht. Es wird auf Abschottung und Ausschluss gesetzt, die Grenzen werden wieder hochgezogen, Schutzsuchende in Lager gesperrt, Menschenrechte missachtet, Bürgerrechte systematisch abgeschafft und dort, wo sie noch existieren, kaltschnäuzig umgangen.

Die Willkommensdiskurse des kurzen Sommers der Migration haben sich in feindselige Abwehrdiskurse verwandelt. Die Einschränkung des Familiennachzuges und die geplanten ANKER-Zentren beschneiden massiv die Rechte von Migrant*innen, erhöhen den existenziellen Druck auf sie und sind bloße Instrumente der Isolation und der Ausgrenzung. Länder, die von Krieg zerstört und von den Kriegsfolgen gezeichnet sind, werden zu sicheren Orten erklärt – aus den tatsächlich sicheren Amtsstuben eines Landes, das mit seiner Wirtschaftsweise systematisch zum Elend der Welt beiträgt. Heimatministerium, Abschiebeoffensive, Hetzkampagnen und institutioneller Rassismus gehören zum Alltag – doch der massive Protest aus der bürgerlichen Mitte bleibt aus.

Was ist eigentlich los in diesem Land?

Nicht nur die bürgerliche Mitte bekennt nicht Farbe. Auch Teile der politischen Linken machen Zugeständnisse an rechte Rhetorik und reaktionäre Ideen und verklären die Ablehnung von Migrant*innen sogar zum widerständigen Moment, ja unterstellen ihr einen rationalen, klassenpolitischen Kern. Doch eines muss klar sein: Rassismus ist niemals ein Akt des Widerstands. Und ebenso klar ist, dass der neue Rassismus, ob von rechts oder links, ohne uns läuft.

Diese Gesellschaft ist geprägt durch die zahlreichen, millionenfachen Geschichten der Migration. Migration ist eine Tatsache. Sie ist mindestens seit den Zeiten der „Gastarbeit“ in der alten Bundesrepublik bzw. der „Vertragsarbeit“ in der DDR und bis auf den heutigen Tag keine Gefahr, sondern eine Kraft der Pluralisierung und Demokratisierung dieser Gesellschaft. Im Sommer 2015 haben wir das erneut erlebt. Damals war die offene Gesellschaft der Vielen für alle real, sie war greifbar und lebendig.

Seitdem hat sich an den Gründen für Flucht und Migration nichts geändert. Geändert haben sich auch nicht die solidarischen Praktiken in den Stadtteilen und den Regionen. Verändert haben sich aber der öffentliche Konsens und der politische Wille, mit den Folgen des westlich-kapitalistischen Treibens in der Welt auf solidarische Weise umzugehen. Stattdessen verfolgt die Europäische Union im Konsens, trotz drei Jahrzehnten des Sterbens an Europas Grenzen, eine Verschärfung ihres Grenzregimes, die den Weg nach Europa noch tödlicher werden lässt und den Zugang zu Flüchtlingsschutz zu einem Gnadenrecht degradiert.

In Deutschland und Europa sind infolge der Ideologie „ausgeglichener“ Haushalte wichtige Ressourcen für gesellschaftliche Solidarität blockiert. Dringend notwendige öffentliche Investitionen in soziale Infrastruktur, in Bildung, Gesundheit, Pflege, sozialen Wohnungsbau und eine integrative Demokratie bleiben aus. Der deutsche Pfad von Sparpolitik und einseitiger Exportorientierung schließt viele Menschen von Wohlstand aus, schafft prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen und nährt Zukunftsängste. Seine Probleme lassen sich jedoch nicht durch eine ständische oder nationalistische Wohlfahrtsstaatlichkeit lösen, die auf soziale Vorrechte und Abschottung setzt - und auf weltfremde Phantasien einer „Steuerung“ von Migration und des wohligen Privatglücks in der „Heimat“.

Das Ausblenden der sozialen Realitäten wird nicht funktionieren. Mit Zuschauen und Schweigen muss endlich Schluss sein: Wir werden Rassismus und Entrechtung konsequent beim Namen nennen. Wir werden uns dem neuen völkischen Konsens entziehen und uns allen Versuchen entgegenstellen, die Schotten der Wohlstandsfestung dicht zu machen.

Unsere Solidarität ist unteilbar – denn Migration und das Begehren nach einem guten Leben sind global, grenzenlos und universell.

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Hier können Sie den 
Aufruf unterzeichnen.

 


Prof. Dr. Klaus Wengst: Wie ich mich verändert habe. - Am 5. 3. 2018 im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit/Geschwisterlichkeit Deutschland - in der Pauluskirche Marl-Hüls.

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DPWV: Bewertung des Koalitionsvertrags zur Flüchtlingspolitik

Es gibt ein grundsätzliches Bekenntnis zum Grundrecht auf Asyl, Genfer Flüchtlingskonvention, den aus dem Recht der EU resultierenden Verpflichtungen zur Bearbeitung jedes Asylantrages sowie zur UN Kinderrechtskonvention und zur Europäischen Menschenrechtskonvention.

 

Die Parteien kündigen eine Begrenzung der humanitären Zuwanderung an: „Bezogen auf die durchschnittlichen Zuwanderungszahlen, die Erfahrungen der letzten 20 Jahre sowie mit Blick auf die vereinbarten Maßnahmen und den unmittelbar steuerbaren Teil der Zuwanderung- das Grundrecht auf Asyl und die GFK bleiben unangetastet - stellen wir fest, dass die Zuwanderungszahlen (inklusive Kriegsflüchtlinge, vorübergehend Schutzbedürftige, Familiennachzügler, Relocation,

 Download this file (Koalitionsvertrag Bewertung DPWV.pdf)   Koalitionsvertrag Bewertung DPWV.pdf


Unsinnige Tests. Hürden gegen hier lebende Flüchtlinge.

Ortlieb Fliedner

 

Etikettenschwindel in der Integrationspolitik

Was unsensible Bürokraten von gerade erst Zugewanderten verlangen

Hier als PDF

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"Kaum Angst vor Überfremdung"

Interview aus ZEIT.de 2018-03

http://www.zeit.de/gesellschaft/2018-03/populismus-deutschland-frankreich-afd-waehler-front-national-europa-studie


"Wehret den Anfängen!" Ein kritischer Info-Vortrag am 4.3. 18 in Dortmund. 

Veranstaltung zu CasaPound in Dortmund am 4.3.2018 um 18:00 Uhr im Black Pigeon.

http://blackpigeon.blogsport.eu/2018/02/23/casapound-italia-eine-faschistische-bewegungspartei-in-italien

Vortrag: CasaPound Italia – eine faschistische Bewegungspartei in Italien

 

CasaPound Italia nennt sich eine im Jahr 2003 entstandene faschistische Bewegung in Italien.

– Zu ihrem Markenzeichen gehört es, dass sie die Aktionsformen linker und emanzipativer Bewegungen adaptiert und in ihren rechtsradikalen Aktionsrahmen einbaut. So verfügt sie über besetzte Häuser und Zentren, organisiert Raves und Sit-Ins und gestaltet ihre Demonstrationen wie Umzüge der Ultras.

– Sie verfügt über ein ausgeklügeltes und breites Angebot an Medien, wildert in der Ikonographie der Linken und verwendet Comics und Bezüge aus diversen popkulturellen Medien. Sie weist ein breites Freizeit-, Sport- und Musikangebot auf, organisiert Konzerte und Freizeiten, Kongresse und Tagungen und bringt eine eigene Modemarke auf den Markt.

– Zu der Praxis CasaPounds gehören viele sozialpolitische Kampagnen und ein breites karitatives, medizinisches und pädagogisches Angebot zur alltäglichen Unterstützung notleidender Menschen. Dabei geht es selektiv um italienisch-stämmige Menschen, die Not leiden. Denn CasaPound ist eine ultra-rassistische, bzw. wie sie es sagen würde, ethno-pluralistische Bewegung. In diesem Sinne mobilisiert und demonstriert sie gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, spricht von einer „Invasion“ und fordert deren „Re-Migration“. Das Vorgehen CasaPounds bei vielen ihrer Protesten gegen Flüchtlingsunterkünfte ist äußerst militant.

– Seit 2013 verfügt CasaPound über den Parteienstatus und tritt als CasaPound Italia zu den Wahlen an. Mittlerweile verfügt die Partei über 11 Sitze in Kommunalparlamenten. Zudem hat sie seit 2013 ihre Niederlassungen italienweit auf über 100 Sitze verdoppelt und ihre Mitgliederzahl auf fast 20.000 verdreifacht.

Mit vielen ihrer Diskurse und Aktionsformen hat CasaPound die „Neue Rechte“ von den Seminaren und Hörsälen der Universitäten auf die Straßen und Piazzas gebracht – die „Neue Rechte“ von den Kopf auf die Füße gestellt.
So verwundert es nicht, dass CasaPound Italia durch seine erfolgreiche Politik europaweit nicht nur den identitären Gruppen, sondern auch anderen rechten Bewegungen als Vorbild dient.
Grund genug sie sich etwas genauer anzusehen.

(Am 4. März tritt CasaPound bei den Wahlen zum italienischen Parlament an und hofft auf Sitze im Senat und Parlament.)

Vortrag und Diskussion am:
Sonntag, den 04.03.2018, 18.00 Uhr
im Black Pigeon
Scharnhorststr. 50
44147 Dortmund

 

 


Wehret den Anfängen! 

  1. Februar 2018 - erschienen in Rubrik [ Politik » Sozialpolitische Debatte » neue und alte Armut (trotz Arbeit) » Tafeln und Vertafelung] , [ Interventionen » Asyl, Arbeitsmigration und Antirassismus » Asylrecht und Flüchtlingspolitik » Aufenthalt und Ausweisung » Lagerhaltung und andere Schikanen]

Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf – Straßenmagazin fiftyfifty: Menschenverachtend

Wer Lebensmittel von der Essener Tafel beziehen will, muss künftig einen deutschen Pass haben. Der Andrang von Migranten sei zu groß. Die Essener Tafel nimmt vorerst nur noch Bedürftige mit deutschem Pass neu in ihre Kartei auf. Grund sei, dass der Anteil der Migranten zuletzt auf drei Viertel geklettert sei, sagte am Donnerstag der Vereinsvorsitzende Jörg Sartor. (…) Auf der Internetseite des Vereins heißt es zu der Beschränkung: „Da aufgrund der Flüchtlingszunahme in den letzten Jahren der Anteil ausländischer Mitbürger bei unseren Kunden auf 75 Prozent angestiegen ist, sehen wir uns gezwungen, um eine vernünftige Integration zu gewährleisten, zurzeit nur Kunden mit deutschem Personalausweis aufzunehmen.“ Der Vorsitzende Sartor sagte der „WAZ“: „Wir wollen, dass auch die deutsche Oma weiter zu uns kommt.“ In den vergangenen zwei Jahren seien aber ältere Tafel-Nutzerinnen sowie alleinerziehende Mütter offenbar einem schleichenden Verdrängungsprozess zum Opfer gefallen. (…) Ähnliche Beschränkungen wie in Essen seien aber nicht bekannt. Eine Sprecherin der Düsseldorfer Tafel sagte: „Bei uns zählt die Bedürftigkeit, nicht die Herkunft.“…” Meldung vom 22.2.2018 ber der FR online , siehe dazu:

  • “Menschenverachtend”. Straßenmagazin fiftyfifty kritisiert Essener Tafel. Essen nur noch für Deutsche. Abgewiesene erhalten anwaltliche Unterstützung über fiftyfifty
    Mit Entsetzen hat fiftyfifty von der Maßnahme der Essener Tafel erfahren, dass nur noch Deutsche kostenlose Lebensmittel erhalten. Mit dieser Entscheidung verstößt Jörg Sartor als Vorsitzende des Vereins gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz – sein Handeln ist somit nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch rechtswidrig. Zudem ist ein solches Vorgehen Wasser auf die Mühlen der Rassisten von AfD, Pegida und Co. und unterscheidet sich in keiner Weise von der „Deutschen Winterhilfe“ der extrem rechten Partei „Der III. Weg“.
    Seit Jahren gibt es kontroverse Diskussionen um das Konzept der Tafeln. Kritiker sagen, dass staatlich verbriefte Grundrechte wie die Ernährung nicht unter das Existenzminimum fallen und Menschen deshalb auch nicht an ehrenamtliche und karitative Einrichtungen verwiesen werden dürfen. Die Höhe der Transferleistungen muss ausreichen, um den Lebensbedarf zu decken. Insofern wurde immer wieder Kritik laut, die Tafeln machten sich zu Erfüllungsgehilfen der Politik, die sich weigert, angemessene Regelsätze zu beschließen. Unter den gegebenen Bedingungen wären statt des Ausschlusses bestimmter Personengruppen zusätzliche oder erweiterte Öffnungszeiten der Tafeln eine zu fordernde Lösung. Zudem verstößt die Essener Tafel e.V. durch diesen Ausschluss auch gegen die eigenen Statuten. Dort heißt es im Grundsatz 4: „Die Tafeln arbeiten unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Die Tafeln helfen allen Menschen, die der Hilfe bedürfen.“ „Es ist schon schlimm genug, dass arme Menschen in einem reichen Land wie Deutschland auf Lebensmittelspenden angewiesen sind. Dass jetzt allerdings der Pass entscheidet, ob jemand etwas zu Essen bekommt, wenn er Hunger hat, ist unhaltbar und menschenverachtend“, erklärt Julia von Lindern, Sozialarbeiterin bei fiftyfifty. Sie bittet alle, die von Abweisungen betroffen sind, sich unter ihrer mail-Adresse zu melden und bietet an, einen Anwalt einzuschalten, der für fiftyfifty arbeitet. fiftyfifty bittet um Protestmails an die Essener Tafel Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bzw. 0177 3488886 (Jörg Sartor), cc Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!” Pressemitteilung vom 22.2.2018 (noch nicht online)

Siehe zum Thema zuletzt am 10. Februar 2016: Flüchtlinge: Lebensmittel-Obergrenze bei Tafeln?

http://www.labournet.de/politik/sopo/neue-armut/tafeln/essener-tafel-nimmt-nur-noch-deutsche-auf-strassenmagazin-fiftyfifty-menschenverachtend


Wehret den Anfängen! 

Die Essener Tafel nimmt vorerst nur noch Bedürftige mit deutschem Pass neu in ihre Kartei auf. Grund sei, dass der Anteil der Migranten zuletzt auf drei Viertel geklettert sei, sagte am Donnerstag der Vereinsvorsitzende Jörg Sartor. Zuerst hatte die „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) darüber berichtet.

Die Hilfsorganisation bewahrt Lebensmittel vor der Vernichtung und verteilt sie an Bedürftige. Die Empfänger müssen Hartz IV, Grundsicherung oder Wohngeld beziehen und dies der Tafel nachweisen.

Schleichender Verdrängungsprozess

Auf der Internetseite des Vereins heißt es zu der Beschränkung: „Da aufgrund der Flüchtlingszunahme in den letzten Jahren der Anteil ausländischer Mitbürger bei unseren Kunden auf 75 Prozent angestiegen ist, sehen wir uns gezwungen, um eine vernünftige Integration zu gewährleisten, zurzeit nur Kunden mit deutschem Personalausweis aufzunehmen.“

Der Vorsitzende Sartor sagte der „WAZ“: „Wir wollen, dass auch die deutsche Oma weiter zu uns kommt.“ In den vergangenen zwei Jahren seien aber ältere Tafel-Nutzerinnen sowie alleinerziehende Mütter offenbar einem schleichenden Verdrängungsprozess zum Opfer gefallen.
Umgesetzt wird die im Dezember beschlossene Beschränkung seit Mitte Januar, wie Sartor dem Blatt sagte – „so lange, bis die Waage wieder ausgeglichen ist“.

Der Landesverband der Tafeln bestätigte einen starken Andrang von Migranten in den vergangenen beiden Jahren. Davon seien alle Tafeln in Nordrhein-Westfalen betroffen, sagte die stellvertretende Vorsitzende Claudia Manousek. Ähnliche Beschränkungen wie in Essen seien aber nicht bekannt. Eine Sprecherin der Düsseldorfer Tafel sagte: „Bei uns zählt die Bedürftigkeit, nicht die Herkunft.“

Hierzulande gibt es mehr als 930 Tafeln, die Lebensmittel an Bedürftige verteilen. (dpa)

 http://www.fr.de/politik/hilfsorganisation-essener-tafel-nimmt-nur-noch-deutsche-auf-a-1453856

 


Peter Hensinger: Trojanisches Pferd Digitale Bildung“

Auf dem Weg zur Konditionierungsanstalt in einer Schule ohne Lehrer

60 Seiten, 5.-- €

Inhalt: Die Superwanze-Smartphone und TabletPC als Lehrmittel / Troja­nisches Pferd „Digitale Bildung“: Big Brother ist teaching you! / Führt der Einsatz von digitalen Medien zu besserem Lernen? / Die irreversiblen Schädigungen des Gehirns / Die Digi-talisierung des Natürlichen /Zehn bereits eingetretene Nebenwirkungen / Die soziale Ungleichheit wird verstärkt und die Bildungsschere geht auseinander / iDisorder - „... als hätten wir alle ADHS!“ / „Brave New World“? Kritiker formieren sich: Nein zur Googlification der Erziehung! / Fünf Thesen /Über den Autor / Im Anhang: Trojaner aus Berlin: Der „Digitalpakt#D“

Die vorliegende Veröffentlichung beschäftigt sich mit der schleichenden Neuaus­richtung unseres Erziehungswesens durch digitale Medien. Es geht um die Bestrebungen von Google, Apple, Microsoft, Bertelsmann, der Telekom & Co., Bildung in die Hand zu bekommen – und warum fast keiner diese Unterwanderung bemerkt.

Wer den Stand der wissenschaftlichen Forschung kennt, weiß, dass Smartphones, Tablets und WLAN als Lernmittel im Unterricht eher schaden als nützen. Wer Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit erhöhen möchte, investiert nicht in Technik, sondern in die Ausbildung und Anstellung von Lehrkräften und stärkt die Vermittlung der traditionellen Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen. Das ist die Basis für Bildungsprozesse mit analogen wie mit digitalen Medien.“

(aus dem Positionspapier der Initiative „aufwach(s)en mit digitalen Medien“ des Bündnisses für Humane Bildung)

 

pad-Verlag – Am Schledorn 6 – 59192 Bergkamen / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 
Als Sprecher vom Weltzentrum Marl sagte Klaus-Dieter Hein am 23. 1.2018 zur Eröffnung der Ausstellung "Wege der Erinneung" in Marl (die CIAG Marl war Mit-Veranstalterin) folgendes. 
 

 Download this file (2018 Wege der Erinnerung-Rede zur Eröffnung.pdf)  2018 Wege der Erinnerung-Rede zur Eröffnung.pdf


Faschisierung in Italien: 

 

Die 23 jährige Marokkanerin Chaimaa Fatihi von der „Associazione Giovani Musulmani d’Italia“ wollte am Freitag, den 24. November 2017 in der Gemeinde Medole, Provinz Mantua, ihr Buch „Non ci avrete mai — Lettera aperta di una musulmana italiana ai terroristi“ vorstellen. In diesem „offenen Brief einer jungen Muslima“ richtet sie sich gegen den Terror, der im Namen des Islam, ausgeübt wird.

 

Zu einem freien Dialog über einen aufgeklärten Islam in der Migrationsgesellschaft Italien und die Schwierigkeiten junger EinwanderInnen in dem heutigen Italien kam es aber nicht. Eine Gruppe von ca. 20 Nazi-Skinheads der Veneto Fronte Skinhead in schwarzen Bomberjacken marschierte in den Veranstaltungsraum, umstellte die dort anwesenden BesucherInnen und zwang durch einen lauthals auftretenden Sprecher den Anwesenden ihren Diskurs auf. In diesem sprachen sich die italienischen Faschisten gegen eine Immigration nach Italien und einen „Ius Soli“ für Kinder von Migrantinnen aus. Von den sichtbar eingeschüchterten BesucherInnen traute sich kaum jemand verbal gegen das Auftreten der Faschisten und deren rassistische Argumente zu wehren.
Erst als der einladende Bürgermeister der Gemeinde, Giovanni Battista Ruzzenenti, den Nazi-Skinheads der Veneto Fronte Skinheads versprach, zu einer von diesen organisierten Veranstaltung zur Einwanderung und dem „Ius Soli“ zu erscheinen, marschierten die Schwarzhemden wieder ab. Ruzzenenti, der am Anfang des Monats davon gesprochen hatte, dass eine interkulturelle Begegnung und Dialog ohne verbale und physische Gewalt gegen den (islamischen) Fanatismus nötig sei, beugte sich in dieser Situation den von den Faschisten erzeugten Klima der Angst und der Bedrohung — einem Klima des stetig wachsenden Fanatismus von Rechts in Italien.

 

Wie die Gazetta di Mantova ausführte, endete der Abend in Medole mit den betrüblichen Berichten zweier Schüler, Kinder marokkanischer EinwandererInnen, die über die tägliche Diskriminierung an ihren Schulen und der mangelnden Unterstützung, die sie dort seitens der Schulleitung und Lehrer erhielten, berichteten.

 

(Heiko Koch, 26.11.2017)

 

———-

 

 

 

http://antifra.blog.rosalux.de/impressionen-aus-dem-bel-paese-i-wortergreifungsstrategie-auf-italienisch Medole, all’incontro con la Fatihi irrompono gli Skinheads (25.11.2017)

 


http://gazzettadimantova.gelocal.it/mantova/cronaca/2017/11/25/news/all-incontro-con-la-fatihi-irrompono-gli-skinheads-1.16163029

 

 

 

 

Ein wichtiges Votum aus den USA von den dort engagierten muslimischen Frauenverbänden = Women´s Initiative in Spirituality & Equality.

 Download this file (WISE Up Report Has Launched.pdf)  WISE Up Report Has Launched.pdf

Lorenz Beckhardt, Köln, warnt entschieden und zu Recht vor AfD und dem 
aufgekommenen "braunen" Ungeist in Deutschland.

Lorenz Beckardt sprach auf dem Jüdischen Friedhof in Recklinghausen am 
Sonntag, 5. November 2017 mittags. In jedem Jahr wird dort am jeweils 
ersten Sonntag im November der ermordeten 3.000 Juden in Riga gedacht, die 
zuvor aus dem Kreis Recklinghausen, Bochum, Dortmund und Gelsenkirchen 
deportiert waren. Die Jüdische Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen lädt 
alljährlich dazu ein. Lorenz Beckhardt ist Redakteuer beim WDR Köln. In 
2014 veröffentlichte er im Aufbau-Verlag Berlin das Buch "Der Jude mit dem
Hakenkreus. Meine deutsche Familie". Bei dem Gedenken am 5. Nov. 2017 
ergriff auch Rolf Abrahamsohn das Wort; er ist letzter Überlebender des 
Holocaust im Kreis Recklinghausen, Ehrenbürger im Vest Recklinghausen und 
war Schirmherr des 16. Abrahamsfestes in 2016.

Hier die Rede als PDF

 Download this file (Rede zu Recklinghausen am 5. November 2017_final.pdf)  Rede zu Recklinghausen am 5. November 2017_final.pdf

 

Menschenrechte für Flüchtlinge

Von Wolf-Dieter Just als PDF

Download this file (Just - Menschenrechte für Flüchtlinge Druckversion ZEE.pdf)  Just - Menschenrechte für Flüchtlinge Druckversion ZEE.pdf

 

Anläßlich "500 Jahre Reformation": Margot Käßmann beim Ev. Kirchentag in Berlin-Wittenberg im Mai 2017. 

Margot Käßmann war Bischöfin  der Ev. Landeskirche mit Sitz Hannover, dann Ratsvorsitzende der EKD Ev.Kirche in Deutschland und bis 31. Oktober 2017 Beauftragte der EKD für "500 Jahre Reformation". 

Quelle:  https://www.kirchentag.de/index.php?id=17858&sessionId=363585101&manuscriptId=3585||1

 

 

 

Atomwaffen endlich verboten

 

Veröffentlicht am 7. Juli 2017

UN beschließen historisches Abkommen

  1. Juli 2017 122 Staaten haben am Freitagmorgen bei den Vereinten Nationen in New York einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffenverabschiedet. Nach Jahrzehnten stockender Abrüstung senden sie eine klare Botschaft an die Atomwaffenstaaten: die internationale Staatengemeinschaft akzeptiert den bisherigen Sonderstatus der Atommächte nicht länger. Das völkerrechtlich verbindliche Abkommen verbietet neben der Herstellung, dem Einsatz und Besitz auch die Drohung mit einem Nuklearschlag sowie die Stationierung von Atomwaffen in anderen Staaten. Damit handelt künftig auch die Bundesregierung mit der nuklearen Teilhabe in der NATO und der Verfügung über US-Atomwaffen in Deutschland gegen geltendes Völkerrecht. Die Bundesregierung blieb aus diesem Grund und auf Druck der USA den Verhandlungen fern.

Der ganze Artikel unter folgenden Link: https://www.icanw.de/neuigkeiten/atomwaffen-endlich-verboten/

 

EIN AUFRUF

Wir lassen uns nicht in „Wir“ und „die Anderen“ spalten!

Ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Lehrenden und Aktivisten appellieren in einem Aufruf an die Öffentlichkeit und Politik, zusammenzuhalten – unabhängig von Herkunft und Religion. Das MiGAZIN veröffentlicht den Aufruf im Wortlaut:

Den ganzen Artikel unter folgenden Link: http://www.migazin.de/2017/09/29/ein-aufruf-wir-lassen-uns-nicht-in-wir-und-die-anderen-spalten/

 

Die Stadt als dritter Erzieher - neben Familie und Schule. 

 

"Umbrüche und Aufbrüche" ist das Thema des 17.Abrahamsfestes 2017 in Marl (Kreis Recklinghausen). Der Kontext dazu ist die Stadt Marl - selber in Umbrüchen und Aufbrüchen.  

Download this file (The Hot Wire - Westfalenspiegel 4-2017.pdf)   The Hot Wire - Westfalenspiegel 4-2017.pdf

Quelle: Westfalenspiegel 4 - 2017, der Autor Andreas  Rossmann veröffentlicht in der FAZ.

 

 Download this file (2017-02 bpb - Gülen Bewegung.pdf)   2017-02 bpb - Gülen Bewegung.pdf

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

 

  1. Mai 2015: Johannes XXIII.-Preis der internationalen Friedensbewegung 
    pax christi im Bistum Münster/W: Dieser Preis geht an das seit 2001 
    jährlich stattfindende "Abrahamsfest Mar" und dessen Träger: die CIAG  
    Marl (Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl) und die Jüdische  
    Kultusgemeinde im Kreis Recklinghausen.

Laudatio von Pax Christi

 Zuletzt aktualisiert am Montag, 08. Juni 2015 17:37Veröffentlicht am Montag, 08. Juni 2015 17:37

Laudatio von Pax Christi für die Verlehung des Johannes XXIII.-Preises an das Abrahamsfest in Marl Kreis Recklinghauen durch Veronika Hüning

 

Verehrte Anwesende, liebe Friedensfreundinnen und Freunde!

Die Bilder haben mich erschreckt: Zehntausende Demonstranten in Dresden, die sich als Patrioten verstehen und als Retter des Abendlandes inszenieren und die vor einer Islamisierung Deutschlands warnen, als wäre die Zuwanderung von Menschen muslimischen Glaubens eine gefährliche Epidemie. Und nicht nur in Dresden – in mehreren anderen Städten, auch in Westdeutschland, sind islamfeindliche Parolen zu hören. Und nicht nur Rechtsradikale folgen den Bannern und Sprüchen.

Und diese Nachrichten haben mich ebenfalls erschreckt: Jüdische Gemeinden in Deutschland wenden sich an die Medien und bringen ihre Sorge über den zunehmenden Antisemitismus zum Ausdruck. Manche fühlen sich nicht mehr sicher und warnen ihre Glaubensbrüder davor, sich mit der Kippa in der Öffentlichkeit zu zeigen, aus Angst vor Übergriffen. Manche denken an Auswanderung.

Besonders erschreckend: Bei aller Hilfe, die manche christlichen Gemeinden Flüchtlingen bieten – Fremdenfeindlichkeit, rechte Gesinnung  und Antisemitismus reichen bis in die Mitte unserer Kirchen hinein.  

Genau in dieser Situation haben wir uns für den dritten Träger unseres Johannes-XXIII.-Preises entschieden. Wir, das ist die ökumenisch ausgerichtete katholische  Friedensbewegung pax christi im Bistum Münster. Wir haben uns entschieden, den Preis für Gerechtigkeit und Frieden vor Ort, in Deutschland und in unserer zerrissenen Welt der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft (CIAG) Marl und der Jüdischen Kultusgemeinde Recklinghausen/Marl als Träger des alljährlichen Abrahamsweges zu verleihen. Mit diesem Preis wollen wir Sie ehren, die Sie eine Gegenmacht zu Ausgrenzung und gesellschaftlichem Unfrieden gebildet haben. Sie haben den Preis wahrlich verdient, denn Sie leisten seit vielen Jahren einen eindrucksvollen Beitrag zu dem, wozu das Zweite Vatikanische Konzil aufgerufen hat: die Würde jedes Menschen unabhängig von seiner Herkunft und Religion zu achten, die Verbundenheit untereinander zu fördern und Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben zu übernehmen.

Genau dies tun Sie als Christen, Moslems und Juden, die Sie in Marl kontinuierlich zusammenarbeiten und Jahr für Jahr den Abrahamsweg mit seinem reichen Rahmenprogramm gestalten.

Besonders hervorheben möchte ich:

Ø  das große Durchhaltevermögen seit den Anfängen der CIAG 1984, das ohne Idealismus und ohne Leidenschaft für die gemeinsamen Ziele sicherlich nicht möglich wäre;

Ø  die beispielhafte Zusammenarbeit zwischen den Aktiven der CIAG und der Jüdischen Kultusgemeinde, aus der seit 2001 die Abrahamswege und Abrahamsfeste erwachsen sind;

Ø  den Ideenreichtum und die Kraft, mit der seitdem ein Netzwerk gebildet wurde, das ständig gewachsen ist und immer mehr Kooperationspartner an sich zu binden wusste;

Ø  die Fähigkeit, eine sehr bunte Gemeinschaft mit unterschiedlichen Traditionen, Überzeugungen und Vorstellungen zusammenzuhalten und Vertrauen, Verständnis und Solidarität untereinander zu stärken, durch alle Schwierigkeiten und Spannungen hindurch;

Ø  die klare Ausrichtung am Gemeinwohl, wie sie in der Selbstaussage zum Ausdruck kommt: „Wir betreiben keine Schau nach innen, sondern suchen das Beste der Stadt“; d.h.: Begegnung ohne Tabus, Frieden für alle, eine Stadt ohne Rassismus. Umstrittene Themen wurden dabei nicht ausgeklammert, z.B. Moscheebau und Muezzinrufe.

Als 2010 das zehnte Abrahamsfest in Marl gefeiert wurde, hieß es im Informationsblatt: „In Marl erleben wir ein recht friedliches Klima. (…) Das friedliche Klima ist nicht vom Himmel gefallen, sondern Ergebnis von Arbeit und Zusammenarbeit.“ Das ist heute angesichts der gesellschaftlichen Spaltungen und Abwehrhaltungen, der Feindbilder und Klimavergiftungen besonders wichtig.
Drei Ziele haben sich die Träger der Abrahamswege auf die Fahne geschrieben: menschliche Bildung, Vielfalt der Kulturen, weltzugewandte Religionen. Was das konkret bedeutet, können die Preisträger am besten selbst beschreiben. Sie werden gleich in drei Interviews von ihren Projekten und Erfahrungen erzählen.

Nicht umsonst heißt das jährliche Highlight der Arbeit von CIAG, jüdischer Gemeinde und ihrer Kooperationspartner „Abrahamsfest“. Abraham ist die gemeinsame Identifikationsfigur, eine Art Brücken-Person. In den Heiligen Schriften aller drei monotheistischen Religionen, in der Thora, in der Bibel und im Koran, spielt Abraham oder Ibrahim eine wichtige Rolle. Er, der „Freund Gottes“, hat Gott als den Einen erkannt und Kritik geübt, wenn Menschliches wie Gott angebetet wurde. Das ist auch in unserer Gegenwart wichtig, denn die Gefahr des Götzendienstes ist nicht gebannt. Ist es nicht Götzendienst, wenn das Geld und der Markt Heilsversprechen einlösen sollen? Ist es nicht Götzendienst, wenn die politischen und wirtschaftlichen Strukturen als alternativlos und allmächtig angesehen werden und quasi Unterwerfung unter ihre Gesetze verlangt wird, koste es, was es wolle? Ist es nicht Götzendienst, wenn Menschen meinen, mit militärischer Gewalt eine heilige Herrschaft errichten zu dürfen und zu können? Nur alle Religionen gemeinsam können dagegen Widerstand leisten und der Göttlichkeit Gottes und der Menschlichkeit aller Menschen zur Achtung verhelfen.    

Dies geschieht in vielen kleinen Schritten und vielen konkreten Projekten in Marl. Für eben diese Arbeit gebührt Ihnen, der CIAG und der Jüdischen Kultusgemeinde, der Johannes-XXIII.-Preis. Sie leisten als ehrenamtlich Engagierte einen unverzichtbaren Dienst für eine friedliche Stadtgemeinschaft und Sie zeigen in der kontinuierlichen Zusammenarbeit und in den vielfältigen einzelnen Begegnungen eine Dialogbereitschaft und Menschenfreundlichkeit, die Papst Johannes XXIII. selber geübt hat und die ihn sicherlich heute von Herzen erfreuen würde. Wir sind dankbar, dass auch die Muslime und die Juden unter Ihnen den Preis angenommen haben, der den Namen eines katholischen Papstes trägt. Dass Johannes XXIII. in Istanbul 1934-1944 zur Rettung von Juden beitrug und zum Gespräch mit dem Islam auf Augenhöhe bereit war, hat sicherlich zu dieser Akzeptanz beigetragen. Sein Eintreten für die Würde aller Menschen und seine interreligiöse Offenheit haben in Ihrem Wirken, liebe Preisträger, gute Nachahmer gefunden.

Und so möchten wir nun den Preis überreichen: die Urkunde, die unsere Sprecherin Gisela Hinricher verlesen wird, und die Bronzebüste von Johannes XXIII., die Pfarrer Hartmut Dreier übergeben wird, dem Ideenstifter, Brückenbauer und Motor der Arbeitsgemeinschaft und des Trägerkreises Abrahamsweg. Ganz im Sinne des Trialogs soll der Preis allen beteiligten Gruppen gehören und möge mal an dem einen, mal an dem anderen Treffpunkt präsent sein.

 


Grußwort von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft anlässlich der Verleihung des Pax Christi-Papst Johannes-Preises als pdf Anhang


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Schriftliches Grußwort

von Herrn Minister Guntram Schneider

 

anlässlich der Verleihungsfeier des Dritten Papst-Johannes-XXIII.-Preises in Münster am 31. Mai 2015

 

 Anlässlich der Verleihung des Dritten Papst-Johannes-XXIII.-Preises an das  Abrahamsfest Marl übersende ich der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft Marl und der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen meine herzlichen Glückwünsche. Gleichzeitig danke ich Pax Christi im Bistum Münster für die Würdigung des Abrahamsfestes Marl, dessen Schirmherr ich im Jahr 2013 selbst sein durfte.

In Zeiten, in denen religiöser Fanatismus, Anti-Islam-Bewegungen und Antisemitismus einen Keil zwischen die Menschen und ihre Religionen zu treiben drohen, stehen wir alle vor besonderen Herausforderungen. Deshalb darf der Gesprächsfaden zwischen den Anhängern unterschiedlicher Religionen aber auch zwischen Staat und Gesellschaft nicht abreißen, er muss vielmehr ausdauernd und sorgfältig weiter gesponnen werden.

Wir in Nordrhein-Westfalen suchen den Dialog auf allen Ebenen. Von interreligiösen und interkulturellen Projekten in den Kommunen bis hin zu bewährten und neuen Dialogformaten der Landesregierung. Deshalb sind Initiativen wie das interreligiös ausgerichtete Abrahamsfest von unschätzbarem Wert. Seit seiner Entstehung baut das Abrahamsfest Brücken zwischen Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und unterschiedlicher Herkunft. Dieses Engagement ist für den sozialen Frieden von herausragender Bedeutung. Nordrhein-Westfalen war und ist ein Land der Vielfalt. Wir sind stolz darauf, dass hier Menschen aus allen Teilen der Welt eine neue Heimat gefunden haben und die Gesellschaft mitgestalten.

Das Abrahamsfest ist Ausdruck der Wertschätzung für die religiöse und interkulturelle Heterogenität, die unser Land einzigartig machen. Die Initiative leistet darüber hinaus praktische Integrationsarbeit vor Ort, auf die NRW nicht mehr verzichten kann. Dies verdient Dank und Respekt, den ich Ihnen hiermit aussprechen möchte.

Für die heutige Preisverleihung wünsche ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Freude und interessante Begegnungen. Möge der heutige Tag Ihnen allen als Motivation dienen, Ihre engagierte Arbeit für den interreligiösen und interkulturellen Dialog in Nordrhein-Westfalen fortzuführen.

 

 Guntram Schneider MdL

 

 

Grußwort von Sylvia Löhrmann als PDF

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Grußwort von Bürgermeister Werner Arndt, Marl als PDF

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Die 4 weiteren Ehrungen sind:

Tschelebi-Friedenspreis 2009: "...Für ihre mutige, inspirierende und  
nachhaltig friedensstiftende Leistung sind wir der CIAG Marl "zu  
Dank verpflichtet."

Bremer Friedenspreis 2007 benennt lobend die CIAG Marl mit 22  
beispielhaften Projekten in Deutschland.

"Sukran"-Plakette - Günes Altan, Generalkonsul der Türkei in Münster/W, am  
5. März 1997: "Seit 1984 setzt sich die Christlich-Islamische  
Arbeitsgemeinschaft Marl beharrlich, wirksam, phantasievoll und  
beispielhaft für die Integration der nach Deutschland eingewanderten  
Menschen aus der Türkei/aus islamisch geprägten Kulturen ein. Die  
christlich-islamische Zusammenarbeit in Marl geschieht in religiösen,  
sozialen, kulturellen und pädagogischen Zusammenhängen. Das erregt  
Sympathie, setzt Maßstäbe und spornt andere Mehschen in anderen Orten an."

"Goldener Hammer" - Dr. Herbert Schnoor, Innenminister NRW im Auftrag der  
Menschenrechtsorganisationen SOS Rassismus/Aktion Courage - am 17. März  
1994: "Frieden in der Stadt ist möglich, wo Menschen beginnen, das Leben  
zu begreifen....mit Händen, den offenen Augen, einem ehrlichen Mund, einem  
wachen Ohr...mit allen Sinnen eben, die andere Menschen auszeichnen..."

 

Herzliche Einladung zur Pressekonferenz

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Sachbericht vom 18. Abrahamsfest 2018

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Die Leitthemen und Schirmherren/Schirmfrauen der vergangenen Abrahamsfeste (im zeitlichen Gang rückwärts)

Geplant: 20. Abrahamsfest 2020: Jugend zwischen den Stühlen/Aktiv. (Schirmherr/-frau: noch offen)

19. Abrahamsfest 2019: Frieden – der Kulturen, Religionen und Völker(Schirmherr: Lorenz Beckhardt, Köln/Bonn, Journalist und Wissenschaftsredakteur, Autor: „Der Jude mit dem Hakenkreuz. Meine deutsche Familie“ – 2014)

18. Abrahamsfest 2018: Kinder!Kinder (Schirmherr: Heinz Hilgers, Präsident Kinderschutzbund in Deutschland)

17. Abrahamsfest 2017: Umbrüche. Aufbrüche (Schirmfrau: Christel Neudeck, Staatspreisträgerin NRW 2016, Christel und Rupert Neudeck weltweit und konkret humanitär menschenrechtlich unterwegs, Gründer von Cap Anamur und von Grünhelme)

16. Abrahamsfest 2016: Zuhause auf dem Planeten Erde. (Schirmherr: Rolf Abrahamsohn – Ehrenbürger des Kreises Recklinghausen, letzter Überlebender des Holocaust hier).

15. Abrahamsfest 2015: Medien in digitalen Zeiten – Teil II (Schirmfrau: Aydan Özoguz, MdB, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration)

14. Abrahamsfest 2014: Medien in digitalen Zeiten – Teil I (Schirmfrau: wie 2015)

13. Abrahamsfest 2013: Netze knüpfen – Hoffnung und Partnerschaft. (Schirmherr: Guntram Schneider, Minister für Arbeit, Integration und Soziales NRW)

12. Abrahamsfest 2012: Für Bildung braucht´s Viele – Würde und Verantwortung (Schirmherr: Staatssekretär Bernd Neuendorf vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW).

11. Abrahamsfest 2011: Leben. Arbeiten. Feiern(Schirmfrau: Zülfiye Kaykin, Staatssekretärin für Integration NRW)

10. Abrahamsfest 2010: Bildung  - menschlich/Kulturen – vielfältig/Religionen – weltgewandt

9. Abrahamsfest 2009: Jung und alt – Kinder dieser Erde (Schirmherr: Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter NRW)

8. Abrahamsfest 2008: Hoffen. Leben. Handeln

7. Abrahamsfest 2007: Gesund/Krank – Heilung, Frieden

6. Abrahamsfest 2006: Wirtschaft und Gerechtigkeit

5. Abrahamsfest 2005: Heimat Europa – Zuhause sein. Heimat finden. In welchem Europa?

4. Abrahamsfest 2004: Grenzen überwinden

3. Abrahamsfest 2003: Blicke ins Weite

2. Abrahamsfest 2002: Begegnungen in Marl. Frieden in der Stadt. Stadt ohne Rassismus

1. Abrahamsfest 2001: wie 2002


Jugendliche der Yunus-Emre-Moschee werden am Sonntag, 16.12.2018 - 14.30 Uhr, Sickingmühler Straße/Ecke Haardstr., 45768 Marl-Brassert ihren neuen Film vorstellen.

Vor 1 Jahr zeigten sie mit imposanten Bildern und Gesprächen das Ankommen der ersten Gastarbeiter für Deutschland aus der Türkei, sowie das Leben in den folgenden Generationen. Die "Alten" saßen dabei draußen auf der Terasse der Moscheegemeinde und ließen ihre Gedanken schweifen. Eingebaut in den Film immer wieder Fotos von der Reise und den ersten Schritten hier in Marl! Dazu die Söhne und Enkel, die stolz von ihren Wegen an Schulen und Ausbildungsplätzen berichteten.

Schon nach dem Film fragten wir die Anwesenden nach ihren Kindheitserfahrungen - die Mütter und die Jüngeren.

Daraus ist wohl dieser wieder beachtenswerte Film entstanden:

"Jüngere fragen - Ältere erzählen: unsere Kindheit"

- Dokumentarfilm, entstanden durch viele Interviews mit Menschen in der Moscheegemeinde und der Freizeit

Ganz herzlich möchten wir Sie zur Premiere am Sonntag, 16.12.2018 um 14.30 Uhr in die Yunus-Emre-Moschee einladen.

gez. Beatrix Ries 

 


Gastmahl am 12.12.18 im Rathaus Marl

Foto: Stadt Marl / R. Effelsberg

Hier der Bericht der Stadt Marl als PDF

Download this file (abrahamsfest_gastmahl_pm_2018-12-14.pdf) abrahamsfest_gastmahl_pm_2018-12-14.pdf


 

  1. Abrahamsfest Marl/Kreis Recklinghausen

www.abrahamsfest-marl.de                                                              30.11.2018

 

Pressebericht mit Fotos: Zweite Rundreise: „Jugendliche erklären Kindern ihr Gotteshaus“. In Zusammenarbeit mit der Willy Brandt Gesamtschule Marl. Erfolgreiche und berührende Halbtags-Reise am MI 28.11.2018

Wie bereits im Anschluss an die 1. Rundreise vom 14.11.2018 berichtet: Nichts ist besser, als wenn ältere Jugendliche  jüngeren Schülerinnen und Schülern ihr Gotteshaus erklären und dabei auch vermitteln, warum sie in ihrer Gemeinde selber aktiv sind. Hier kommt mehr rüber als wenn Erwachsene es erklären. Es ist sehr wichtig, dass Gleichaltrige sich kennen lernen in den aktuellen Stimmungen im Lande, wo Trennendes leider über Gebühr besprochen wird. - Im Rahmen des 18. Abrahamsfestes erlebte eine Klasse der Jahrgangsstufe 10 der Willy Brandt Gesamtschule Marl die Kirche St. Georg in Marl-AltMarl, die Fatih-Moschee in Marl-Hamm und die Synagoge in Recklinghausen. Unterwegs gab es in der Fatih-Moschee auch eine Mittagspause bei Pizza und Getränken. Sie wurden begleitet von Annika Neumann und Ludger Wulf, beide unterrichten an der Willy Brandt Gesamtschule. Beide hatten alles u.a. auch mit Beatrix Ries (18.Abrahamsfest/eine der Sprecherinnen der CIAG Marl) und mit Hartmut Dreier (ebenfalls Abrahamsfest/CIAG-Marl) und den jeweils Verantwortlichen in den drei Gotteshäusern (Beatrix Ries , Imam Bünyamin Gedik, Vorbeter und Kantor Isaac Tourgman) vorbereitet.

Die Begegnung mit Jugendlichen aus den drei Abrahamitischen Gemeinden ist die leitende Idee beim Abrahamsfest und den beteiligten Schulen; daran wird aufgrund der Erfahrungen in 2018 im Blick auf das kommende 19. Abrahamsfest im Herbst 2019 gearbeitet.

Fotos: Ludger Wulf

Text: Hartmut  Dreier


"Niemand ist klein und Nichts!"

  1. Abrahamsfest 2018

 

Bericht: 18. Abrahamsfest in der Familienbiliothek Kinderbücherei „Türmchen“ Marl: Helga Ahlert liest ihre neue Fabel „Das kleine Nichts“.

Am 16. Nov 2018 machten sich die jüngeren Kinder der Goethe-Grundschule in Marl-Brassert auf den Weg zum „Türmchen“, die angesehene Bücherei für die Kinder in Marl. Ihr neues Buch „Das Kleine Nichts“ stellte Helga Ahlert diesen Schulkindern vor. Sie ist darin sehr erfahren und einfühlsam, weil sie als Marler Künstlerin schon seit Jahren unterwegs ist mit immer neuen kreativen Erzählungen und Fabeln  ebenso mit ihrer Puppenspielkunst, zusätzlich zu ihren Aktivitäten  in Städtepartner-schaftsvereinen. In diesem neuen Buch „Das kleine Nichts“ geht es um ein nichtssagendes, kleines, leichtes Stückchen Holz, was auf einem See schwimmt; es fühlt sich zu nichts nütze. Eines Tages verändert dieses kleine Nichts alles im Zusammenspiel mit einem Vogel und einem Fisch.

Diese Fabel fiel Helga Ahlert eines Tages bei einer Reise ein. Sie machte daraus ein wunderbares Bilderbuch zum Vorlesen und drin-Blättern. An dem Buch sind viele beteiligt: In der der Marler Glück-auf-Förderschule malten junge Menschen dazu passende Bilder.  Lioba Anna Balk illustrierte. Helgas Tochter Nicole Ahlert – selber eine versierte Musikpädagogin und Chorleiterin im Kreis Recklinghausen – gestaltete das Layout, nachdem Menschen aus den Partnerschaftsvereinen und der CIAG = Christlich Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl diese Fabel übersetzt hatten: ins Englische, Französische, Türkische, Ungarische, Polnische; Beatrix Ries fädelte solche Übersetzungen ein.

Inzwischen lesen in Marl Kinder in diesem Vorlesebuch in 6 Sprachen. Es ist unterwegs in die Partnerstädte Marls. Und Helga Ahlert kündigt bereits ihr nächstes Bilderbuch an „Der einsame Apfel“.

Die Kinder der Goetheschule unterhielten sich eine Stunde lang über ihre Lebenspläne und Erfahrungen. Helga Ahlert: „Niemand  ist klein und ist nichts“.

Gez. Hartmut Dreier

 


Foto: H. Dreier

  1. Abrahamsfest

Bericht:

Das 18. Abrahamsfest im Grimme-Institut Marl: „Kino – echt anders“

Am 20. Nov. 2018 vormittags bevölkerten rund 100 Kinder der beiden benachbarten Grundschulen im Marl-Drewer: Martin Buber und Aloysius das Grimme-Institut. Hier zeigten die beiden Grimme-Fachleute Aycha Riffi und Stefan Schröer zwei Filme, die  zum intensiven Gespräch miteinander anregten. So will es das Format „Kino – echt anders“:

Gezeigt wurde zunächst der Film: Nieuw/Alles Neu! Von der niederländischen Filmemacherin Eefje Blankevoort (von 2014). Die Story: Tanans (8 Jahre) dachte immer: Die Weißen malen sich weiß an. Jetzt ist er mitten unter ihnen und wohnt zum ersten Mal in einem richtigen Haus. Tanas kam aus einem Flüchtlingslager in Uganda nach Holland. Mit großen Augen erkundet er seine neue Heimat und hört, wie die Menschen sprechen. Er wundert sich oft, denn ihre holländische Sprache kling oft wie „chrr“. – Frage: Wird das Leben nun endlich gut?

Dieser Film wurde vielfach ausgezeichnet.

Nach einer Gesprächsrunde folgte wie vorher verabredet der andere Film:

199 Kleine Helden: Zozooloi aus der Mongolei.

Filmemacherin: Sigrid Klausmann-Sittler (von 2018)

Die Story: Kein Strom, kein Internet: Wenn Zozooloi nach Haus kommt, kehrt sie in ein anderes Zeitalter zurück. Ihre Eltern leben als Nomaden im Altai-Gebirge in der Mongolei. Se ist gerne zuhause aber hat sich doch an das Leben in der Stadt gewöhnt, wo sie die Schule besucht und im Internat lebt. Voller Sorge beobachtet sie, wie sich das Klima in den Bergen immer mehr verändert, das Eis schmilzt und Wasser wird knapp „Wenn das so weiter geht, gibt es bald keine Nomaden mehr“, sagt sie.

Die Grundschulklassen 3 und 4 waren beeindruckt – von diesem Ausflug ins Grimme-Institut und von dem, was sie dort erlebten.

Die Verantwortlichen vom 18. Abrahamsfest (Beatrix Ries und Hartmut Dreier)  und vom Grimme-Institut (Aycha Riffi und Stefan Schröer)  machten zum Schluss schon Pläne für Herbst 2019. Dann geht es beim 19. Abrahamsfest  um „Frieden“ – und mit älteren Schulklassen werden Filme zum Thema angesehen und diskutiert werden.

 


Foto: H. Dreier

18. Abrahamsfest Marl

www.abrahamsfest-marl.de                                                                            29. Nov. 2018

Pressebericht: Prof. Milad Karimi überzeugte und macht Hoffnung.

Am Dienstag, 27. Nov. 2018 war zu Gast in Marl einer der bekanntesten deutsch-sprachigen Muslime in Europa Prof. Dr. Ahmed Milad Karimi (Münster) zum Thema: „Eure Kinder sind nicht eure Kinder! Was es heißt, Kinder Abrahams zu sein.“ Im Rahmen des 18. Abrahamsfestes und in Kooperation mit der VHS „die insel“ Marl fand der Abend bei „Friedenswege e.V.“ in Marl-Drewer statt. Das frühere Klassenzimmer füllten die ca 60 Anwesenden, im anderen Klassenraum gab es in der Pause ein Buffet mit guten Gesprächen. Orahn Taskin (Marl) improvisierte auf der Bambusflöte auf Wunsch von Prof. Karimi.  Die Atmosphäre war in jeder Hinsicht „dicht“.

Karimi ist als 14-Jähriger mit seiner Familie aus Kabul in Afghanistan geflohen, über Indien, Russland und Kasachstan kamen sie nach gut 2 Jahren Flucht nach Deutschland. Milad Karimi wuchs in Darmstadt auf. Er bezeichnet sich als ein „Zwischenweltler“. In seiner Lebensbeschreibung (im Verlag Herder) beschreibt er seine Liebe zum Koran und zur Philosophie; 1979 in Kabul geboren  lehrt er heute als einer der jüngeren Professoren an der Uni Münster, am Zentrum für Islamische Theologie mit seinen rund 1.000 Studierenden der islamischen Theologie und Religionspädagogik. Auch in Marl machte Prof. Karimi Hoffnung.

Im Anschluss an den libanesischen Denker Khalid Gibran legte er dar: Kinder kommen zur Welt durch ihre Eltern aber sie gehören ihnen nicht sondern „ihre Seele wohnt im Haus der Zukunft“. Daher ist geht es darum, vom Kind her zu denken, aus der Perspektive von Kindern. Sie brauchen Schutz und hier betonte er eindringlich die Rechte der Kinder, ihre Bildung, friedliche Verhältnisse, die universal gültigen Menschenrechte. Er deutete Kinder im Koran wie Josef, Mose, Jesus, Abraham und Mohammed und verwies dabei auf die benachbarten heiligen Schriften Thora und Bibel. Die drei Abrahamitischen Religionen verehren einen gemeinsamen Gott; dabei spricht Karimi überwölbend nicht von „Jahwe“, „Dreieiniger Gott“, „Allah“ sondern vom „Ewigen“. „Wenn Du Dich auf Deine Religion berufst, musst Du Dich auf die anderen Religionen einlassen.“

Karimi äußert sich in dieser Weltepoche von Fundamentalismus und Terrorismus auch selbstkritisch zum Erscheinungsbild des Islam, weltweit und hierzulande. So bittet er – warmherzig wie er ist - die hiesigen Muslime, sich als Botschafter der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit für alle zu bewähren. „Als Angehörige unserer je eigenen Religion und Religionen haben wir eine gemeinsame Aufgabe für alle Kinder, Älteren, für alle Menschen“. „Was ist unser Glaube wert, wenn er nicht allen hilft?“  Jeder müsse sich darauf ansprechen lassen, Kind (gewesen) zu sein und alt zu werden. Flucht und Flüchtling – das sind Risiken oder Erfahrungen aller Menschen, auch weltweit heute. Karimi spricht praktisch, konkret – auch gegen Krieg, Intoleranz, Denken in schwarz-weiß. Dabei ist ihm wichtig: „Das Gute erwächst aus dem Schönen“. Schönes ist nach seiner Überzeugung Teil des Islam und der Abrahamitischen Religionen und eigne sich als Brücke zwischen ihnen – zum Wohlsein der Menschheit.

Gez. Hartmut Dreier

Die nächsten Veranstaltungen im 18. ABF: Freitag, 30. Nov 16 Uhr. Pizza & Filme. Ort: KBC – Kunterbuntes Chamäleon, G.Herwegh Str., Marl-Hüls

MI 12. Dez. 17 – 20 Uhr: Gastmahl zum 18. Abrahamsfest. Ort:Rathaussaal Marl

SO 16. Dez. 14.30 Uhr: Der neue Dokumentarfilm: „Jüngere fragen/Ältere erzählen – unsere Kindheit“. Ort: Yunus Emre Moschee, Sickingmühlerstr. 100 B.

 


18. Abrahamsfest Marl: der nächste Höhepunkt:

  1. Abrahamsfest Marl

www.abrahamsfest-marl.de                                                              18.11.2018

 

Presseankündigung:

Einladung zur nächsten großen Veranstaltung des 18. Abrahamsfestes Marl am Dienstag, 27. November 2018, 18.00 – 20.30 Uhr: Prof. Ahmed Milad Karimi (Münster): „Eure Kinder sind nicht eure Kinder! Was es heißt, Kinder Abrahams zu sein“. Vortrag und Gespräch. Im kulturellen Begleitprogramm ist Orhan Taskin (Marl) auf seiner Bambusflöte zu hören. Ort: Friedensweg e.V. Vereinsheim, Wiesenstr. 22, 45770 Marl-Drewer, Zugang über die Karl-Liebknecht Str. 12 – 14. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der VHS „die insel“ Marl. Eintritt: frei.

Der Referent Ahmed Milad Karimi lehrt am Zentrum für Islamische Theologie der Uni Münster/W. Er zählt zu den profiliertesten und bekanntesten Stimmen im Islam in Deutschland. 1979 in Afghanistan geboren und mit der Familie nach Deutschland geflohen, lebt er seit mehr als 25 Jahren hier und ist nun Professor. „Ein ungewöhnlicher Bildungsweg“, sagt er. Er weiß selber aus eigenem Erleben damals in Afghanistan, was es heißt Abschied zu nehmen. Er nennt sich einen „Zwischenweltler“.

Im Thema des Abends knüpft er an bei Khalid Gibran, einem andern „Zwischenweltler“ aus dem Libanon. „Eure Kinder sind nicht eure Kind. Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst“ (Gibran).

Kommen Sie rechtzeitig, die Veranstaltung beginnt pünktlich um 18 Uhr.Wer den Ort zum ersten Mal sucht, braucht vielleicht etwas länger.

Gez. Intisar Saif, Mona und Meriam Lihedheb, Beatrix Ries

Hier der Flyer  zum Vortrag als PDF

 Download this file (16. Abrahamsfest - 2017 - 4 - Sachbericht B korr.pdf)  Karimi-Flyer.pdf

Im musikalischen Rahmenprogramm spielt Orhan Taskin (Marl) auf der Flöte.


Interkulturelle Trainings im Abraham Haus Marl : "Wie Juden, Christen und Muslime leben und feiern".

Am 6.11.18 - tagsüber: Abraham Haus mit Mitarbeitern der Diakonie.

Am 7.11. - vormittags (9 - 12 Uhr) : eine Schulklasse und nachmittags (13 - 15.30 Uhr) eine OGS-Gruppe - beide von der Martin-Buber Grundschule Marl-Drewer

Am 8.11. - vormittags (9 - 12 Uhr) : eine Schulklasse und nachmittags (13 - 15.30 Uhr) eine OGS-Gruppe - beide von der Bonifatiusschule Marl-Brassert/Stadtmitte.

Ort: Abraham Haus, Karl-Liebkencht Str. 10, 45770 Marl-Drewer. 

Was passiert im Abraham Haus? In Trainings gehen die Schulkinder (oder Erwachsenen) in drei Untergruppen nacheinander durch jeweils einen jüdischen, einen christlichen und einen islamischen Raum, wo sie aus erster Hand etwas zum gemeinsamen, vorher verabredeten Thema erfahren. Solch ein Training beginnt und endet jeweils im Plenum. Beim Abschied fragen oft genug Kids: "Können wir morgen wieder kommen?"

Das Projekt wurde vor mehr als 10 Jahren in Krefeld in einem Projekt eines Jugendheimes in kath. Trägerschaft begonnen. Wir haben es für Marl in früheren Abrahamsfesten ausgeliehen und vor einigen Jahren in Marl von den Krefelder Erfindern übernommen, wobei der Ev. Kirchenkreis Recklinghausen finanziell aktiv wurde. Der katholische Kolpingverein in Marl-Drewer hat seitdem die Räumlichkeiten kostenfrei für das Abraham Haus zur Verfügung gestellt. Verantwortlich für das Abraham Haus: Jens Flachmeier mit Team, zu dem u.a. gehören: Lilia Vishnevetska und Katharina Novitzka, Beatrix Ries mit Günter Tewes und Roland Wanke und Ingo Janzen (als Verbindungsperson zum Ev.Kirchenkreis Recklinghausen) sowie Nazife Güner und Hasibe Koc.

In diesem November-Zeitraum des 18. Abrahamsfestes 2018  ist die Anmeldung für ein Training im Abraham Haus leider nicht mehr möglich. Für künftige Anmeldungen empfiehlt sich der Kontakt zu Jens Flachmeier, Tel. 0178 14 16 514.


Herzliche Einladung:

Ev. Frauenhilfe Marl-Hüls und  18. Abrahamsfest Marl:

 

         Heinrich Bücker

       (Pfarrer em., Recklinghausen)

 

   liest aus seinem Buch

 

  „Abraham und Sara,

       eine  Liebesgeschichte?

 

        Wann? Mittwoch, 7.11.2018 15.00 Uhr

        Wo?    Pauluskirche Marl-Hüls

 

Römerstr. 57 45772 Marl

 

  Musikalische Begleitung mit lyrischen Gesängen:

 Eintritt: frei


 

 

 

 

 

 

 

Marler Zeitung/Medienhaus Bauer, 9.10.2018.

Hier ein Link über die DKSB Veranstaltung am letzten Freitag:

https://www.youtube.com/watch?v=PCzkKT8giWk


18.Abrahamsfest Marl

Bericht:

Beim Familiennachmittag des 18. Abrahamsfestes in der Scharounschule beweisen Kinder ihre Kreativität.

Mit bunten Mitmachaktionen lockte der Familien-Nachmittag des 18. Abrahamsfestes am Sonntag in der Scharounschule viele Kinder und Jugendliche an. Es gab zahlreiche Spielstationen und Info-Stände. Außerdem konnten die Mädchen und Jungen an kreativen Workshops des Begegnungszentrums Intercent, des Kulturvereins Raduga und des Nachbarschaftszentrums Hüls-Süd teilnehmen oder sich einen Dokumentarfilm  der Yunus Emre Moschee ansehen.

Für Groß und Klein fanden Führungen durch die Scharounschule statt, die die Aloysius- und die Musikschule der Stadt Marl beherbergt. Theo Laebusch und Simon May traten beim Familiennachmittag als „Scharoun-Guide“ auf. Gemeinsam mit ihrem Schulfreund Ilker Pecker führten sie interessierte Besucher durch ihre ehemalige Schule.Simon erklärte den Teilnehmern den Hintergrund der großen runden Fenster: „Der Architekt Hans Scharoun wurde in Bremerhaven geboren, deswegen sollte das Fenster, das ihr hier hinter mir seht, für das Bullauge eines Schiffes stehe“, so Simon.

Die Scharounschule spielt auch für die Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft (CIAG) – zusammen mit der Jüdischen Kultusgemeinde im Kreis Recklinghausen – als Veranstalter des Abrahamsfestes eine besondere Rolle. „Die Scharounschule ist ein Ort für alle Generationen. Wir freuen uns sehr, dass wir durch die enge Zusammenarbeit mit den Leitern der Musik- und der Grundschule die Räume für uns nutzen können“, betont Beatrix Ries, eine der Sprecherinnen der CIAG-Steuerungsgruppe.

Mit eigenen Ständen waren beim Familienfest der Kinderschutzbund Marl, der Verein Kulturmäuse, das HOT Hülsberg, der Verein Friedensweg, die Eltern-Initiative Hüls-Süd, das Kunterbunte Chamäleon sowie die ESM (Ev. Stadtkirchengemeinde Marl) und der Jugendtreff WiLLmA der Friedenskirche vertreten. Bei WiLLmA durften sich die Kinder kreativ mit Zeitungsstäben in einem großen Gerüst verewigen.

Das Motto lautet „Kinder!Kinder“: Den Familien-Nachmittag gibt es schon seit Beginn der Abrahamsfeste. Doch da das diesjährige Fest unter dem Motto   „Kinder!Kinder“ steht, war es laut CIAG-Sprecherin Beatrix Ries besonders wichtig, speziell an diesem Tag an alle Erwachsenen zu appellieren, Kinder wertzuschätzen. „Kinder sind ein Geschenk. Es darf nicht sein, dass Kinder von der Grundsicherung leben müssen – auch nicht in Marl.“ Ries freut sich sehr darüber, dass der Schirmherr des diesjährigen 18.Abrahamsfestes Heinz Hilgers der Präsident des Kinderschutzbundes in Deutschland ist. „Wir sind sehr stolz, dass Heinz Hilgers sogar im Oktober in Marl über Kinderarmut und Kinderrechte aufklären wird“. Für die über  200 Besucher endet der Familien-Nachmittag mit einer Abschlussversammlung in der Aula der Scharounschule. Neben einem Auftritt der Band der Musikschule präsentierten die Teilnehmer der Tanz- und Roboterworkshops ihre Ergebnisse.

Quelle: Sina Dietz (Marler Zeitung, 25.9.2018)


Gedanken, Thesen zu "Bildungschancen für Kinder - Kinderarmut - Kinderrechte im Jahr 2018"

Liebe Freunde der Kinder, Jugendlichen und Familien hier in Marl,

ganz herzlich möchten wir Sie zu einem interessanten Abend mit Herrn Heinz Hilgers, dem Vorsitzenden des Deutschen Kinderschutzbundes, einladen.

Kommen Sie am 5. Oktober, 18.00-20.00 Uhr, zu uns, hören Sie die Gedanken, Thesen zu "Bildungschancen für Kinder - Kinderarmut - Kinderrechte im Jahr 2018" und diskutieren mit.

liebe Grüße

Beatrix Ries

(verantwortlich im Team, für die Öffentlichkeitsarbeit des 18. Abrahamsfestes Marl)

Hier die Einladung als PDF:

Download this file (ABF 2018 Hilgers 001.pdf)  ABF 2018 Hilgers 001.pdf


Eindrucksvoller Auftakt des 18. Abrahamsfestes in der Synagoge.

Foto: Sebastian Balint, Medienhaus Bauer

Zum Fotoalbum auf das Bild klicken

 

Religionen stehen eng beisammen

INNENSTADT. In der Synagoge wurde das 18. Abrahamsfest eröffnet. Es steht

unter dem Motto „Kinder, Kinder“. Sie glänzten mit ihren Aufführungen.

 

Mit einem lebhaften Fest wurde am Sonntagnachmittag das 18. Abrahamsfest in der Synagoge Recklinghausen eröffnet. Im Namen der Gemeinde hieß Dr. Mark Gutkin die Gäste in der voll besetzten Synagoge willkommen. Neben Vertretern aus Politik und Verwaltung waren auch Vertreter der drei großen Weltreligionen gekommen.

Der stellvertretende Landrat des Kreises Recklinghausen, Hilmar Claus, lobte das Abrahamsfest als wichtiges Zeichen für die Gemeinschaft der drei großen Religionen.

„Rechte versuchen derzeit, die Menschen in diesem Land gegeneinander aufzuhetzen“, so Claus „Dem müssen wir entschieden entgegentreten.“

„Kinder, Kinder“ ist das Motto des diesjährigen Abrahamsfestes. Und gleich die erste Darbietung ließ die Herzen der Gäste dahinschmelzen. Die jüdische Kindertanz- gruppe begeisterte das Publikum durchweg und erntete dafür tosenden Applaus.

Es folgte der Auftritt des Jüdischen Chores Herten/Recklinghausen. „Es handelt sich um sehr bekannte jüdische Lieder“, ließ die Chorleiterin das begeisterte Publikum wissen. Aus Marl war der Gospelchor Rainbow der Evangelischen Stadt-Kirchengemein- de gekommen, auch dessen Beiträge fanden großen An- klang. Viel Applaus erntete Amina (9) aus Mazedonien mit ihrem Liedbeitrag.

Den feierlichen Abschluss der Veranstaltung setzte aber Kantor Isaak Tourgman. Mit dem Blasen der Schofar (ein altes Musikinstrument aus dem Vorderen Orient) leitete er sein Schlussgebet ein, in- dem er dazu aufrief, ein jeder möge daran arbeiten, ein besserer Mensch zu sein. Nach dem gut 90-minütigen Programm lud die Gemeinde die Gäste zum Essen vor der Synagoge ein. Selbstgemachte israelische Köstlichkeiten, von Hummus bis zu Falafel, wurden angeboten. „Das hat der Isaac alles selbst gemacht“, wusste eine Besucherin zu berichten „Und ich sage Ihnen: Es ist köstlich.“ Widersprechen wollte dem niemand.

 Download this file (Tageszeitung_E-Paper-Ausgabe_Recklinghaeuser Zeitung_Dienstag, 18 September 2018.pdf)  Tageszeitung_E-Paper-Ausgabe_Recklinghaeuser Zeitung_Dienstag, 18 September 2018.pdf


Auftakt des 18. Abrahamsfestes in der Kreis-Synagoge in Recklinghausen.
Ansprache im Namen des Kreises Recklinghausen.

 

Stellv. Landrat Hilmar Claus

Rede zur Auftaktveranstaltung des 18. Abrahamsfestes

16.09.2017, Synagoge der jüd. Kultusgemeinde  Recklinghausen

 

Vor 220 Menschen aller Generationen kam die Begrüßungsrede vom Kreis RE sehr gut an: Sellvertretender Landrat Hilmar Claus (Castrop-Rauxel) sagte:

 

Sehr geehrter Herr Dr. Gutkin,

sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Glaubensgemeinschaften, liebe Mitglieder der Chöre,

meine Damen und Herren, liebe Kinder, ich freue mich sehr, heute hier zu sein und darf Ihnen die

herzlichsten Grüße des Kreises Recklinghausen zum  18. Abrahamsfest überbringen.

 

Das Abrahamsfest ist eine besondere Veranstaltung in unserer Region. Denn es ist ein gemeinsames Fest – von und für drei Religionen. Es zeigt, was Gemeinschaft leben heißt: Gegenseitiger Respekt, Toleranz, Verständigung und Akzeptanz, Begegnung und Frieden zwischen den Religionen und im Gemeinwesen.

Es ist gut und wichtig, dass wir gemeinsam feiern, dieses Zeichen setzen für die Gemeinschaft der Religionen,

das friedliche Miteinander von Juden, Muslimen und Christen. Denn wir alle fühlen uns hier zu Hause. Wir alle haben hier im Übergang vom Ruhrgebiet zum Münsterland unseren Lebensmittelpunkt, unsere Freunde und unser soziales Umfeld.

Blicken wir auf die aktuellen Ereignisse in Chemnitz - rechtsradikale Gruppierungen, die versuchen, die Menschen in diesem Land zu trennen, gegeneinander aufzuhetzen, Schuldige zu suchen - ist es umso wichtiger, dass wir zusammenstehen.

Religionsübergreifend Flagge zu zeigen und für das gemeinsame zu werben. Statt nach Unterschieden zu suchen, feiern wir die Gemeinsamkeiten.

Das soll die Botschaft sein.

 

Liebe Kinder,

schön, dass ihr alle Teil des diesjährigen Abrahamsfestes seid.

Redet miteinander, zeigt euch gegenseitig, was eure Religion ausmacht. Ich bin sicher, ihr findet viele Gemeinsamkeiten. Und seid bitte immer neugierig und offen für andere Religionen, Bräuche und Kulturen. Denn ihr seid es, die die Zukunft bestimmen.

Ich freue mich schon sehr auf „Gesang und Klang“, wie es in der Einladung heißt. Allen ein herzliches Dankeschön für Ihre heutigen Beiträge!

Vielen Dank an alle Veranstalter, Förderer, Kooperationspartner, Helferinnen und Helfer, die dieses 18. Abrahamsfest auf die Beine gestellt und unterstützt haben.

Ich wünsche Ihnen und Euch für heute, für die nächsten Tage und Monate ein fröhliches Abrahamsfest!

 


  1. Abrahamsfest Marl/Kreis Recklinghausen

www.Abrahamsfest-Marl.de                                                                                          10.Sept. 2018

Presseankündigung: Mit einem würdigen friedlichen Auftakt „Klänge und Töne“ beginnt das 18. Abrahamsfest Marl im Kreis Recklinghausen.

Das 18. Abrahamsfest mit dem diesjährigen Gesamtthema „Kinder!Kinder“ beginnt mit einem schönen festlichen Auftakt am Sonntag, 16. Sept. 2018 um 17 Uhr in der Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen. Adresse: Am Polizeipräsidium 3, 45 657 Recklinghausen. Dem etwas einstündigen Programm mit dem Thema „Töne und Klänge“  in 6 musikalischen Kurzdarbietungen folgt eine Möglichkeit zu Gesprächen am koscheren Buffet.

Die 6 musikalischen Beiträge sind: Jüdische Kindertanzgruppe (Leitung Viktoria Umantseva),  Jüdischer Chor „Chag Sameach“(Leitung: Diana Zabyelina), Christlicher Ökumenischer Kinderchor St. Michael-„Gummibärenbande“- Paulus Marl (Leitung: Nicole Ahlert), Christlicher Erwachsenenchor „Rainbow Gospelchor“ Marl (Leitung: Charlotte Charlier), Muslimischer Kinder-Projektchor Marl (Leitung: Meryam Mona Lihedheb) ,Islamische Ilahi Grub der Fatih-Moschee (Leitung: Abdullah Özsoy). Abschließend stimmt Vorbeter Kantor Isaac Tourgman Segen und Gesang an und er lädt ein zum anschließenden Buffet. Die Begrüßung zum Auftakt hält Dr. Mark Gutkin, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen. Zwischen Auftritten spricht ein Vertreter des Kreises Recklinghausen ein Grußwort. Die Moderation liegt bei Darya Bondarenko (Jugendleiterin in der Jüdischen Gemeinde).

Anmeldungen sind nicht erforderlich. Bei Bedarf rücken wir zusammen. Die Veranstaltung ist entgeldfrei.

Die Veranstalter freuen sich auf ein weiteres interkulturelles, interreligiöses Ereignis. Jedes Abrahamsfest hat drei programmatische Leitbegriffe: „Begegnungen“. „Frieden in der Stadt“. „Rassismus überwinden.“  Die drei Abrahamitischen Religionen fördern hier das gute Miteinander, in diesem Jahr schon zum 18. Mal seit Herbst 2001. Der Termin des Auftaktes am 16.September liegt wenige Tage nach dem jüdischen Neujahrsfest „Rosh-ha-Shanah“ und nach dem Islamischen Neujahrtag „Muharram“.

Kontakte.

Jüdische Kultusgemeinde Kreis RE: 02361 – 15 136

Abrahamitisches Sprecherinnenteam 18.Abrahamsfest: Lilia Vishnevetska, Tel. 0163 481 29 23 /Beatrix Ries, Tel. 02365 – 674 50/Intisar Saif, Tel. 0176 72 27 88 39

Gez. Hartmut Dreier, Tel. 02365 – 4 20 76 

Plakat und Flyer als PDF

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Das 18. Abrahamsfest 2018 beginnt am Sonntag, 16. September 2018. Alle Veranstaltungen und Infos. 

Hier das Plakat und den Flyer als PDF

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 Download this file (Plakat.pdf)  Flyer.pdf

MI 29.8.2018, 16.00 - 17.30 Uhr:Monatsplenum der Aktiven in der 
Scharounschule,Westfalenstr. 68 a, 45770 Marl-Drewer
In diesem Rahmen ab 16.15 Uhr Pressekonferenz Vorstellung des 18. 
Abrahamsfestes Marl Herbst/Winer 2018 

 

  1. Abrahamsfest 2018

www.abrahamsfest-marl.de                                                                                  22.8.2018

Basis- Infos für die Presse/Medien u.a.:

Das diesjährige 18. Abrahamsfest Marl hat das Gesamtthema „Kinder, Kinder!“ und beginnt am Sonntag 16.Sept. 2018 um 17 Uhr in der Synagoge in Recklinghausen. Es folgen bis zum Gastmahl im Rathaus Marl am Mittwoch 12. Dez. 2018 um 17 Uhr fünfundzwanzig  Veranstaltungen, Aktionen und Workshops mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen - mit allen Generationen. Zusätzlich behandeln 4 Projekte wichtige Themen mit vielen weiteren Terminen. - Seit dem 1. Abrahamsfest Marl im Herbst 2001 gilt als Zielsetzung: „Begegnungen! Frieden in der Stadt! Stadt ohne Rassismus!“.

Schirmherr des 18. Abrahamsfestes: Heinz Hilgers als Vorsitzender vom Kinderschutzbund in Deutschland (Remagen,Rhein). Er spricht und diskutiert am Freitag, 5. Okt. 2018, 18 Uhr im Pfarrheim St. Josef, Bergstr. 115, Marl zum Thema „Kinderarmut, Kinderrechte“.

Das Gesamtthema dieses 18. Abrahamsfestes lautet: „Kinder, Kinder!“. Sie stellen weltweit die Mehrheit der Menschheit; in unseren europäischen Gesellschaften, die offensichtlich „altern“, gilt auch das Wort: „Kinder sind unsere Zukunft!“. Die Abrahamsfeste in Marl sind wichtig in Zeiten von Abschottungen, Mauern (auch in Köpfen), im sog. "Kampf der Kulturen" (in Wirklichkeit: Kämpfe zwischen Extremisten, die Kulturen und Religionen missbrauchen)! Sie sind wichtig inmitten von Polarisierungen und Spaltungen in Gesellschaften bis hinein in Familien und Gemeinden! Sie bewirken Verbindungen vor Ort und in der Region: Es sind vertrauensbildende Projekte, die auch andern an anderen Orten in der Welt Mut machen! Gut nachbarschaft- liche Kooperationen sind wichtiger, als je zuvor – seit wir vor 18 Jahren im Jahre 2001 das 1. Abrahamsfest  begannen. Wir betreiben Friedensarbeit mit Sensibilität für unterschiedliche Religionen, Kulturen und Überlieferungen. Wir bewirken Verbindendes. Wir beweisen das Gegenteil vom Auseinanderdriften mit all seinen (auch politisch) schädlichen Wirkungen.

Wir erreichten im vorigen Jahr circa 3.000 Menschen, zwei Drittel Kinder und Jugendliche! In den Städten des Kreises Recklinghausen und darüber hinaus. Das Abrahamsfest Marl/Kreis Recklinghausen ist überregional bekannt. Unsere Homepage wird stark besucht.

  1. Auftakt und Abschluss: mit allen Generationen:

# Auftakt: (1.) Das 18. Abrahamsfest beginnt am Sonntag, 16. September 2018 um 17 Uhr in der Synagoge in Recklinghausen, mit einem einstündigen Konzert „Töne und Klänge“, in 6 Auftritten treten jeweils Kinder oder Erwachsene auf: die Jüdische Kindertanzgruppe (Leitung: Viktoria Umantseva) und der Jüdische Chor „Chag Sameach“ (Leitung: Diana Zabyelina). Der Christliche Ökumenische Kinder-Projektchor „Gummibärenbande“ (Leitung: Nicole Ahlert) mit einem 9-jährigen Pianisten (einem Flüchtlingskind aus Syrien) und der Gospelchor „Rainbow“ (Leitung: Charlotte Charlier). Der muslimische Kinder-Projektchor Friedensweg (Leitung Mona/ Meriam Lihedheb) und das Ensemble Say Ilahi Grub (Leitung: Abdullah Özsoy). Anschließend ist Raum und Zeit für viele Gespräche bei koscherer Bewirtung. Auch finanzielle Kooperation mit dem Abrahamischen Forum in Deutschland e.V. (Darmstadt).

# (2.) Ein Familien-Nachmittag für alle Generationen folgt am Sonntag, 23. September 2018, 14.30 - 17.30 Uhr in der Scharounschule, Westfalenstr. 68 a, 45770 Marl-Drewer. Diese Veranstaltung lockt in das wunderbare Gebäude der Scharounschule, mit Mitmach-Aktionen, Darbietungen, Infoständen, Gesprächsrunden und Buffet.

# Abschluss: Mittwoch 12. Dez.  2018, 17.00 – 20.00 Uhr im Rathaus Marl: Das 18. Abrahamsfest endet mit dem Gastmahl, mit interkulturellen Darbietungen, gemeinsamem Essen am Buffet, mit allen Generationen, Kulturen und Religionen. Ein inzwischen „legendärer“ Abend, im vergangenen Jahr mit 300 Menschen aus allen Generationen, u.a. mit geflüchteten Menschen unterschiedlicher Kontinente. Auch finanzielle Kooperation mit der Engel Stiftung Marl.

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  1. Mehr als die Hälfte der Veranstaltungen des 18. Abrhamsfestes bewegt Kinder und Heranwachsende, an ihren unterschiedlichen Lebensorten.

# Kinder aus Kirchen und Moscheen besuchen sich in ihren Stadtteilen: zu Terminen nach Absprachen.

# Viermal nachmittags: „Kinder erleben Filme zu Themen, die Kinder auf der ganzen Welt bewegen, dazu Pizza essen und miteinander reden“:

Freitag, 14. September 2018 um 16 Uhr auf Einladung vom Ernst-Reuter-Haus, Sperberweg3, 45772 Marl-Hamm.

Sonntag, 18. November 2018, 15 Uhr: auf Einladung vom Jüdischen Kinder-Jugendclub Agada der Synagoge in Recklinghausen

Freitag, 30. November 2018, 16 Uhr: auf Einladung ins Pfarrheim St.Josef, Bergstr. 115, 45770 Marl-Drewer

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 16 Uhr: auf Einladung ins  Jugendkulturzentrum KBC „Kunterbuntes Chamäleon“ an der Martin Luther King Schule, G.Herwegh Str,, 45772 Marl-Hüls.

# In den Herbstferien: Freitag, 19.Oktober 2018, 13.30 – 15 Uhr: Besuch im Medienhaus Bauer: Redaktion Panda&Ogi und Zeitungsdruck (begrenzte Teilnehmerzahl für Kinder von 8 bis 10 Jahren, nach vorheriger Anmeldung in kooperierenden Einrichtungen bis Mitte Okt. )

# Im Abraham Haus (Karl Liebknechtstr.10, 45770 Marl-Drewer): Kreativ sein, einen Halb-Tag lang intensiv erfahren und lernen zwischen 5. und 9. November 2018: jeweils vormittags von 9 – 12 Uhr  oder nachmittags von 13 – 15.30 Uhr, Kinder aus 6 Grundschulen unter dem Motto „Judentum, Christentum und Islam – zum Anfassen“. Immer wieder fragen sie beim Weggehen, ob sie morgen wieder kommen können.

# Freitag, 16. November 2018, von 10 – 12.30 Uhr sind Grundschulen in der Familien-Bibliothek „Türmchen“ (Eduard Weitsch Weg 13 am Marler Rathaus) und lassen sich faszinieren von Helga Ahlerts neuer Fabel „Das kleine Nichts“ – was dachte, es wäre nichts! (vorherige Anmeldung bis Mitte Okt).

# Nach dem großen Erfolg im vorigen Jahr:  Jugendliche erklären jüngeren SchülerInnen ihre Gotteshäuser: Zwei Rundreisen: am Mittwoch 14 .November von 10.30 – 16 Uhr ist die Martin Luther King Schule mit 25 SchülerInnen und Lehrkräften unterwegs: zuerst um 10.30 Uhr in der Pauluskirche, dann um 12.10 Uhr in der Fatih-Moschee  und schließlich um 15 Uhr in der Synagoge in RE. Am Mittwoch 28. November 2018  ist die Willy Brandt Gesamtschule mit 25 SchülerInnen unterwegs: 10.30 Uhr in St.Georg, 12.10 Uhr  in der Fatih-Moschee und 15 Uhr in der Synagoge in RE. Jeweils ältere Jugendliche wirken als „guides“ in ihrem jeweiligen Gotteshaus.

# Dienstag, 20. November 2018, 11 – 12.30 Uhr: „Kino echt anders“. Ausgewählte Kurzfilme erleben 3. und 4. Klassen aus drei Grundschulen im Grimme-Institut, Eduard Weitsch Weg 25, 45768 Marl-Mitte.

3: Dazu kommen spannende Veranstaltungen mit Erwachsenen (und älteren Jugendlichen):

# Freitag, 5. Oktober 2018, 18.00 – 20.00 Uhr: Auf Einladung und in Kooperation mit dem Kinderschutzbund Marl: Heinz Hilgers als Schirmherr des 18. Abrahamsfestes und als Vorsitzender vom Kinderschutzbund in Deutschland (Remagen, Rhein) spricht und diskutiert zum Thema „Kinderarmut, Kinderrechte“. Ort: Pfarrheim St. Josef, Bergstr. 115, 45770 Marl. Rahmenprogramm mit Schule und Profis

# Mittwoch 7. November 2018, 15 – 17 Uhr: Heinrich Bücker und Musikgruppe SOMA (Sylvia Gräber, Jörg Schneider): „Abraham und Sarah – eine Liebesbeziehung?“ im Gemeindehaus der Kulturen an der Pauluskirche, Römerstr. 59, 45772 Marl-Hüls, in Kooperation mit der Ev. Frauenhife Hüls und der kath. Frauengemeinschaft Herz Jesu/St.Franziskus).

# Dienstag, 27. November 2018, 18 – 20.30 Uhr: In Kooperation mit der VHS „die insel“ spricht der auch international geschätzte Prof. Dr. Milad Karimi (Zentrum für Islamische Theologie der Uni Münster/Westf): „Eure Kinder sind nicht eure Kinder – was heißt es, Kinder Abrahams zu sein?“. Mit musikalischem Begleitprogramm - Ort: Friedensweg e.V., Wiesenstr. 22, 45770 Marl-Drewer, Zugang über Karl-Liebknecht Str).

# Sonntag, 15. Dezember 2018, 14.30 – 16 Uhr: „Jüngere fragen, Ältere erzählen – unsere Kindheit“. Ein selbst hergestellter Dokumentarfilm wird von Jugendlichen, Studierenden der Yunus Emre Moschee, Sickingmühlerstr. 100 B, 45768 Marl-Brassert gezeigt und diskutiert

4: Über einen längeren Zeitraum arbeiten Heranwachsende und Erwachsene an folgenden 4 Projekten: Ergebnisse werden öffentlich vorgestellt:

# Projekt 1: Ab November beschäftigen sich Schulen und Jugendzentren in „Kreativen Workshops“ zu Abrahamsgeschichten, für eigene Aufführungen und für den Auftritt beim Gastmahl zum Abschluss vom 18. Abrahamsfest am MI 12.Dez. von 17 – 20 Uhr im Rathaus Marl. Kontakt: Günter Tewes, Tel. 02365 – 69 11 26

# Projekt 2: In der Yunus Emre Moschee, Haardstr. 2, Marl-Brassert drehen Jugendliche und Studierende den (3.) Dokumentarfilm: „Jüngere fragen, Ältere erzählen – unsere Kindheit“. Öffentliche Aufführungen schon gekürzt  beim Familiennachmittag und komplett am SO 15. Dez. 2018, 14.30 Uhr. Kontakt: Hasibe Koc, Tel. 0157 551 73 555

# Projekt 3: Matroschka-Holzfiguren werden in etlichen Gemeinden und Einrichtungen gestaltet und bei allerlei Anlässen auch öffentlich präsentiert. Die Holzrohlinge sind von Jugendlichen mit Behinderungen handwerklich hergestellt. Wie sie farbig gestaltet werden, zeigt Typisches und Verbindendes aus der Menschheitsfamilie vielfältiger Kulturen und Religionen. Kontakt: A. und N. Koschuhowski, Tel. 0157 572 12 754

# Projekt 4: Abrahamhaus und Interkulturelle Trainings mit ehrenamtlichen Jugend-MitarbeiterInnen. Kontakt: J.Flachmeier, tel. 0151 174 66 885 ___________________________________________________________________

Weiter ist uns wichtig:

Veranstalter seit 2001: CIAG Marl - Die Christlich—Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl in Kooperation mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat Marl und der Stadt Marl. In diesem Jahr besonderer Kooperationspartner: Deutscher Kinderschutzbund Marl.- Dazu kommen 60 lokale, regionale und bundesweite Kooperationspartner.

Dank an die finanziellen Förderer auch des 18. Abrahamsfests: Stadt Marl, Land NRW: Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Bistum Münster, Engel Stiftung Marl, Ev. Kirche von Westfalen, GEW Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW, Sparkasse Vest Recklinghausen, Volksbank Marl-Recklinghausen. Das Abrahamische Forum in Deutschland e.V. (Sitz: Darmstadt) fördert den Auftakt (mit Unterstützung des Bundesministeriums des Innern, Berlin).

Was sind die „Kochrezepte“ im Gelingen des Abrahamsfestes?   Aktualität ohne Scheuklappen, Vernetzung und Kooperation, Ehrenamtlichkeit bei den Verantwortlichen, gleiche Augenhöhe und Respekt vor einander, Neugier auf Kommendes, zeitgemäßes Interesse an den „Großen Erzählungen“ zum Beispiel zu Abraham/Ibrahim, im gemeinsamen Welt-Kulturerbe - dank der drei Buch-Religionen Judentum (Thora), Christentum (Bibel), Islam (Koran).

Teilnahme an allen Veranstaltungen und Projekten: endgeldfrei, kostenlos.

Kontakt, siehe Homepage: Abrahamsfest-Marl.de, Abrahamshaus-Marl.de, dort sind die Verantwortlichen und ihre Kontaktdaten genannt. Sie treffen sich monatlich als Plenum, nach außen vertritt sie seit Sommer 2018 das Abrahamitische Team: Lilia Vishnevetska, Beatrix Ries, Intisar Saif.


Rolf Abrahamsohn, Schirmherr beim 16. Abrahamsfest Marl in 2016, erzählt
Jugendlichen von seiner Jugend im NS-Faschismus.

Rolf Abrahamsohn besuchte im Juni 2018 eine Klasse in der
Jahrgangsstufe 9 der Willy Brandt Gesamtschule Marl und berichtete von
seinen Schrecken als kindlicher und jugendlicher Jude bei der Verfolgung
im NS-Faschismus. In der Schule entstand der hier folgende Bericht.
Verantwortliche Lehrerin: Annika Rottwinkel, Schulleiter:Theo Sylla
(Lesetipp: Rolf Abrahamsohn: "Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist?"
Lebensstationen 1925 - 2010, Hg. Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte und
Jüdisches Museum Westfalen, Ingrid Wölk und Norbert Reichling. Essen:
Klartext Verlag 2010 - vergriffen, Nachdruck möglich).

Die Willy-Brandt- Gesamtschule spendet einen Baum gegen das Vergessen

Der Holocaust-Überlebende Rolf Abrahamsohn zu Gast an der Willy-Brandt-Gesamtschule Marl

„Es ist bewundernswert, dass er bei all den schrecklichen Ereignissen, die er erlebt hat, seinen Humor nicht verloren hat.“ So lässt sich eine bespielhafte Reaktion der Schülerinnen und Schüler der 9C der Willy-Brandt-Gesamtschule Marl nach ihrem Gespräch mit Rolf Abrahamsohn, dem letzten Holocaust-Überlebenden des Vestischen Kreises, beschreiben. Für die Jugendlichen von heute sind seine Erlebnisse unvorstellbar und unbegreiflich. Fassungslosigkeit herrscht unter den Heranwachsenden.

Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Nationalsozialismus und Holocaust“ beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangstufe nicht nur mit Darstellungstexten und Quellen aus den Geschichtsbüchern, sondern auch mit regionalen Schicksalen aus dieser Zeit. So folgte Rolf Abrahamsohn der Einladung anlässlich dieser Unterrichtseinheit und sprach über seine erschreckende Marter. Schließlich ist es besonders in der heutigen Zeit wichtig, dass den Schülerinnen und Schülern bewusst wird, dass Diskriminierung, Intoleranz und Vorurteile keinen Platz in der Gesellschaft finden dürfen. Vielmehr sollte die Vielfalt der Kulturen als Chance begriffen werden.  

Gebannt und fassungslos hören die Schülerinnen und Schüler der 9C Rolf Abrahamsohn zu, der mit seiner leisen und ruhigen Stimme bei den jungen Leuten eine Sprachlosigkeit hervorruft, die man im Schullalltag so nur selten erlebt. Die Jugendlichen können nicht glauben, was dieser Mann in ihrem Alter erleiden musste.

So erlebte er, wie sein Elternhaus in der Loestraße in Marl am 9. November 1938 angezündet und sein Vater von SA-Leuten zusammengeschlagen wurde. Außerdem musste sich seine Familie trennen, so flüchteten sein Vater und sein Bruder nach Belgien. Für Abrahamsohn und den Rest der Familie fehlte für eine Flucht genügend Geld. Ebenso musste er erleben, wie sein jüngerer Bruder an Diphterie starb, da den jüdischen Jungen kein Arzt mehr behandeln wollte. Vor den Schülern erklärt Herr Abrahamsohn, dass diese Krankheit im Nachhinein auch seine guten Seiten hatte, da er nun wenigstens seinen Bruder auf dem Friedhof besuchen kann. Bestürzt und entsetzt nehmen die Teenager dies zur Kenntnis. Welche Qualen muss ein Mensch erleiden, um einen solchen Gedanken zu entwickeln?

Im Januar 1942 kommt er ins Ghetto von Riga, anschließend wurde er in das dortige KZ Kaiserwald deportiert. Die Schüler erfahren dabei mit Schrecken, dass Abrahamsohn dort auch seine Mutter verliert. Seine einzige Hoffnung, Vater und Bruder wiedersehen zu können, hält ihn am Leben. Hätte er geahnt, dass zu diesem Zeitpunkt beide bereits in Ausschwitz vergast worden sind, hätte er nicht weiterleben wollen.

Weiterhin berichtet er den Jugendlichen über die Konzentrationslager, die er überlebt hat. So war er im KZ Stutthoff bei Danzig, zudem in einem der größten Konzentrationslager, Buchenwald. Als eines der grausamsten KZs beschreibt Abrahamsohn das Außenlager Bochum. Dort musste er Blindgänger-Bomben zur Entschärfung freilegen. Lucy, eine Schülerin, möchte wissen, welche Empfindungen und Gefühle er in den Konzentrationslagern hatte. Ganz knapp antwortet Herr Abrahamsohn: „Wir haben nichts mehr gefühlt.“ Für uns ist es unvorstellbar, was ein Mensch durchmachen muss, sodass er nichts mehr fühlt.

Der 93jährige erzählt weiter vom Tag seiner Befreiung. So wurden sie in verschlossenen Waggons über Dachau in das Konzentrationslager Theresienstadt (heutiges Tschechien) gebracht. Unterwegs hatte der Zug einmal angehalten; wer noch konnte kletterte raus, als die Waggontüren von außen geöffnet wurden, Rolf Abrahamssohn wurde von anderen Juden, die ihn dabei erkannten, auf einen offenen Waggon geholt. So konnte auch er, im Unterschied zu den Menschen in den verschlossenen Waggons, letztendlich mithilfe der Roten Armee der Gefangenschaft und dem Todesschicksal entkommen.

Besonderes Interesse zeigten die Schülerinnen und Schüler für seine Rückkehr nach Marl. So möchte Nele wissen, ob er sich schnell wieder in Marl eingelebt hat. Herr Abrahamsohn beschreibt die Rückkehr als äußerst problematisch. „Ich konnte nicht in die Gesichter der Menschen schauen!“ Aber was hat ihn dazu veranlasst, trotzdem in Marl zu bleiben? Er erklärt, dass die Liebe zu seiner Frau ihn schließlich dazu bewegte, in Deutschland zu bleiben, da diese ihre Mutter nicht alleine zurücklassen wollte.

Maja möchte wissen, ob es ihm schwer fällt über die vergangene Zeit zu berichten. Daraufhin erläutert Rolf Abrahamsohn: „Es ist immer noch sehr schwierig für mich, darüber zu sprechen. Die Erinnerungen kommen dadurch immer zurück. So konnte ich letzte Nacht kaum schlafen, da ich innerlich so aufgeregt war. Aber es ist so wichtig, dass man den Jugendlichen deutlich macht, dass wir Juden keine schlechteren Menschen sind. Wenn das nur bei einer Schülerin oder einem Schüler ankommt, habe ich schon etwas bewegt und viel erreicht.“ In den Gesichtern der Jugendlichen wird deutlich, dass er durch seinen Besuch viel mehr erreicht hat.

Zum Abschluss des Gesprächs erzählt Rolf Abrahamsohn von seinem Wald in Israel, den er für seine Familie gepflanzt hat. Bewegt durch sein Schicksal und als Zeichen der Unterstützung dieses Symbols für die Bedeutsamkeit eines friedlichen und respektvollen Zusammenlebens der Kulturen, beschließen die Schülerinnen und Schüler sofort, dass auch sie diesen Wald unterstützen möchten. So trägt auch die Willy-Brandt-Gesamtschule dazu bei, dass der Wald immer größer wird und spendet in Gedenken an Abrahamsohns Eltern und Geschwister einen Baum.

 


Das 18. Abrahamsfest Herbst und Winter 2018 beginnt im September 2018:

Es hat als Gesamtthema „Kinder!Kinder“ .Schirmherr: Heinz Hilgers (Präsident vom Kinderschutzbund in Deutschland).

Alle Veranstaltungen sind eintrittsfrei.  Teilnahme ohne Voranmeldung.

Auftakt: Sonntag, 16. September 2018 um 17 Uhr in der Synagoge in Recklinghausen (Am Polizeipräsidium 3).Es wirken mit Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus den drei Religionen: Jüdisch: der gemischte Chor „Chag Sameach“ der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, Leitung: Diana Zabyelina. Christlich: Der Ökumenische Kinderchor St. Michael/“Gummibärenbande“ Paulus, Leitung: Nicole Ahlert. Sowie der christliche „Rainbow“-Gospelchor  der ESM ,Leitung: Charlotte Charlier. Islamisch: Der muslimische Kinderchor Friedensweg, Leitung: Mona Miriyam Lihehdheb und der Instrumentalkreis Ilahi Grub der Fatih-Moschee Marl,Leitung Abdullah Özsay. Nach dem Konzert wird zu einem koscheren Buffet für viele Gespräche eingeladen.Ende vom ganzen: 19 Uhr. Kooperationspartner: Abrahamisches Forum in Deutschland e.V. (Sitz: Darmstadt).  .

Als eine Art zweiter Auftakt in Marl folgt eine Woche später der Familien-Nachmittag am Sonntag, 23. Sept.2018, 14.30 – 17.30 Uhr in der Scharounschule Marl, Westfalenstr. 68 a, Marl-Drewer: Infostände, Mitmach-Aktionen, Darbietungen, Kinder führen Kinder durch das Gebäude, Diskussionsrunden, Buffet mit Begegnungen, Workshops und Abschlussplenum in der Aula.

Kinder versammeln sich und laden in ihre Lebensorte ein: Wechselseitige Besuche zwischen Moscheen und Kirchen beginnen. Die Termine Pizza & Filme mit Jugendlichen an wechselnden Orten stehen noch nicht endgültig fest. Kinder und Jugendliche in der Yunus Emre Moschee befragen Ältere über ihre Kindheit in der Türkei und ihre Einwanderung hierher und produzieren dazu einen Film. Kinder und Jugendliche gestalten unterschiedlich große Holzfiguren in „typischen“ Darstellungen und Farben – das sog. Matroschka-Projekt für Ausstellungen bei Veranstaltungen. Interkulturelle Trainings mit ehrenamtlichen Jugendlichen finden in Verabredung mit Jens Flachmeier statt (Tel. 30 90 568)

Wie jedes Abrahamsfest  seit dem ersten in 2001 sind die Veranstalter: die CIAG Marl Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl in Kooperation mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat und der Stadt Marl. Dazu kommen rund 60 weitere Kooperationspartner – lokal, regional, bundesweit. Wir danken auch für die finanzielle Förderung durch: Stadt Marl, Land NRW (Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW), Bistum Münster, Ev. Kirche von Westfalen, GEW NRW, Sparkasse Vest Recklinghausen, Volksbank Marl-Recklinghausen und die Engel-Stiftung Marl (beim abschließenden Gastmahl am MI 12.Dez. 2018, 17 – 20 Uhr im Rathaus).

Kontakte und aktuelle Infos: Plakate, Flyer, Presse und homepage: Abrahamsfest-Marl.de


  1. Abrahamsfest Marl               Planungsstand 30.5.2018

www.abrahamsfest – marl.de

Thema: „Kinder!Kinder“.           Schirmherr:Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes in Deutschland

(1.) Alle Generationen:

1.a) Auftakt  SO 16. Sept. 17 – 19 Uhr, Synagoge im Kreis Recklinghausen, Am Polizeipräsidium 3, 45 657 Recklinghausen. Konzert mit Gesängen und Klängen der Generationen. Anschließend Begegnungen am Buffet

1.b) SO 23.Sept. 14.30 – 17.30 Uhr. Familien-Nachmittag in Marl: Scharounschule, Westfalenstr. 68 a, 45770 Marl-Drewer:  Infostände, Mitmach-Aktionen, Darbietungen, Buffet mit Begegnungen

1.c) MI 12. Dez. 2018, 17 – 20 Uhr, Rathaus Marl: Gastmahl zum Abschluss des 18. Abrahamsfestes, Interkulturelle Darbietungen von Kindern, gemeinsames Essen, Aktionen

(2.) Kinder: in ihren Lebensorten, in Gemeinden/Schulen/Stadttteilzentren:

2 a) Wechselseitige Besuche Kinder Moscheen/Kirchen: Termine nach Vereinbarung. In Kirchen und Moscheen

2 b) Pizza und Filme: „Kinder!“. Termine und Orte noch offen

2 c) FR 19. Okt. 2018, 13.30 – 15.00 Uhr: Besuch im Medienhaus Bauer: Redaktion Panda&Ogi und Zeitungsdruck: Begrenzte Teilnahmezahl für Kinder im Alter von 8 – 10 Jahren, nur nach vorheriger Anmeldung in kooperierenden Einrichtungen bis Mitte Okt. 2018:

2 d) 5. bis 9. Nov. 2018; vormittags und nachmittags: Abraham-Haus. Kreative Rollenspiele mit 6 Grundschulen und OGS: „Wie Juden, Christen, Muslime leben und feiern“.

 2 e) FR 16. Nov. 2018, 11.00 – 12.30 Uhr: Kinder-/Jugend-/Familienbücherei „Türmchen“, Eduard Weitsch Weg am Rathaus: Kreative Variationen in sprachlicher Vielfalt  um die neue Fabel „Das Kleine Nichts“ von Helga Ahlert

2 f #) MI 14. Nov. 2018, 10.30 – 16.30 Uhr. Jugendliche erklären Kindern ihr Gotteshaus I , mit der Martin Luther King Schule, Rundreise: um 10.30 Uhr: Pauluskirche, um  12.10 Uhr: Fatih-Moschee, 15 Uhr:  Synagoge in RE.

2 f# ) MI 28. Nov. 10.30 – 16.30 Uhr, Jugendliche erklären Kindern ihr Gotteshaus I I, mit der Willy Brandt Gesamtschule, Rundreise: um 10.30 Uhr:  St.Georg,um 12.10 Uhr Fatih-Moschee, 15 Uhr: Synagoge in RE.

2.g) DI 20. Nov. 11.00 – 12.30 Uhr, Grimme-Institut Marl, Eduard Weitsch Weg 25, „Kino echt anders“. Kurzfilme mit 3 Grundschulen (3/4.Klassen).

(3.) Erwachsene:

3 a) FR 5. Okt. 18.00 – 20.00 Uhr:Heinz Hilgers (Schirmherr 18. Abrahamsfest, Vorsitzender Kinderschutzbund Deutschland): „Kinderarmut, Kinderrechte“ (Arbeitsthema).   Ort: Gemeindehaus der Kulturen, Römerstr 59,. 45772 Marl-Hüls

3 b) DI 27. Nov. 2018, 18.00 – 20.30 Uhr, Friedensweg e.V., Wiesenstr. 22, 45770 Marl-Drewer: Prof. Dr. Milad Karimi (Münster/Zentrum für Islamische Theologie): 20.30 Uhr. „Eure Kinder sind nicht eure Kinder – was heißt es, Kinder Abrahams zu sein?“ – mit Begleitprogramm um die Bambusflöte

(4.) Projekte (zahlreiche Absprachen im Arbeitsprozess, Präsentation am….):

4a) „Kreative Workshops“ in Schulen und Vereinen, z.B. zu „Abraham“, u.a. für das Gastmahl zum Abrahamsfest am 12.12.18. Kontakt: G.Tewes, Tel. Marl 69 11 26.

4 b) „Jüngere fragen/ Ältere erzählen“: x.Dez. 2018, ……Uhrzeit,Yunus Emre Moschee, Sickingstr/Haaerdstr, 45768 Marl-Brassert:  Öffentliche Vorführung unseres Dokumentarfilms Nr. 3  „Unsere Kindheit“ im Dez. 2018.

4 c) „Matruschka/Holzfiguren gestalten“ an verschiedenen Orten in Marl werden unterschiedlich große Holzfiguren  „typisch“ bemalt. Öffentliche Präsentationen bei allerlei Anlässen. Kontakt: A. und N. Koschuhowski, Tel. 0157 572 127 54

4 d) „Interkulturelle Trainings“ mit ehrenamtlichen JugendmitarbeiterInnen:Kontakt: J.Flachmeier, Tel. Marl 30 90 568.

 


  1. Abrahamsfest 2018

Mögliche Motive und Themen aus Bibel und Koran zu Abraham/Ibrahim:Mit dieser Liste arbeiten Schulen und Kinder-/Jugendeinrichtungen z.B. bei Kreativen Workshops zu Abrahamsgeschichten

  • Protest gegen eine Arroganz der Macht „a la Babel“ in Ur, mit der Folge: Auswanderung aus Ur in Chaldäa: Menschen wie der junge Abraham mit seiner Familie verlassen die Heimat „aus Gewissensgründen“: damals aus Protest gegen die Arroganz der Macht, wie sie sich ausdrückt in großmächtiger Stadtpolitik a la „Babel“/“Turmbau zu Babel“; die damalige Großstadt Ur muss so ein Typ Stadt gewesen sein wie das sprichwörtliche Babel. Sie brechen auf  ins Ungewisse (Bibel) – wie Menschen zur Auswanderung – heute
  • Götzenanbetung in Haran: Menschen schaffen sich aus Holz und Ton Götzengestalten und betreiben kultische Anbetung und entwickeln damit blühende Geschäfte (Devotionalien-Handel und Pilger-Herbergen-Tourismus); Abraham tritt dagegen öffentlich auf und bestreitet diese Götzen-Kult-Wirtschaft  (Koran); er entzieht damit der Stadt Haran eine wichtige, auch  wirtschaftliche Basis. Was ist heute „Götzenkult“: woran hängen wir heute unser Herz? Was sind heute letzte, nicht hinterfragbare Wahrheiten (z.B. Strukturanpassungsmaßnahmen des IWF?). „There is No Alternative“…
  • Rettung/Flucht  aus Haran/Urfa: es kommt zur dramatischen Krise, nachdem Abraham  die Götzenanbetung/Götzen-Kult-Wirtschaft anprangert. Er wird vom dortigen König Nimrod zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt; durch wunderbare Löschung des Feuers und Befreiung  kann er entkommen, weil eine Quelle  plötzlich aufbricht, Wasser aus der Erde sprüht und ein Engel  Abrahams Fesseln löst (Koran)
  • Abraham und seine schöne Frau Sarah in Ägypten: der dortige Pharao will Sarah zu seiner Frau haben und Abraham tut so, als sei sie seine Schwester; d.h.er lässt sie aus Angst um sein Leben gehen, bis der Pharao es merkt und Abraham deswegen zur Rede stellt (Bibel)
  • „Patchwork-Familie“: Abraham  - ein verheirateter Mann/ein Vater in der Falle der Eifersucht zwischen zwei Frauen (Sarah und Hagar; Sarah ist eifersüchtig auf Hagar)  und ihren 2 Kindern (Ismael und Isaak, es kommt zu Streit zwischen den beiden); Eifersucht, Streit und Vertreibung in die Wüste und Todesgefahr der einen Frau (Hagar) und  des einen Kindes (Ismael) (Bibel, Koran). Sie kommen nach Mekka  (Koran)
  • Was heißt „Opferung“? Was heißt „Gehorsamsprüfung“? Jedenfalls: Der Sohn soll nicht getötet werden! Mit andern Worten und vom Ende her verstanden bedeutet diese wohl bekannteste und „gruselige“  Abraham-Geschichte: Kein Mensch soll mehr getötet werden! (in der Bibel ist es Isaak, im Koran ist es Ismael)
  • Melchisedek und Abraham schließen einen Freundschafts-/Friedens-Vertrag und vermeiden Krieg und Blutvergießen, sie feiern ein großes Freundschaftsmahl – mitten im Kontext wirrer Kriege, mit ihren Toten und Ruinen (Bibel)
  • Abraham besucht auch weiterhin Hagar und Ismael in Mekka und ist an der Errichtung der Kaaba in Mekka beteiligt (Koran)
  • „Happy End“: Die beiden „Halb-Brüder“ Ismael und Isaak kommen nach langen Jahrzehnten wieder zusammen und beerdigen gemeinsam ihren Vater Abraham in Hebron; Abraham heiratet ein 2. Mal: Ketura;  nach einer Auslegungstradition im Judentum und Islam ist Ketura identisch mit Hagar (Bibel)

 

Dieses ist eine Liste mit Ideen und Vorschlägen -  zur Auswahl. Die Inszenierungen müssen nicht im engen Sinn an den biblischen-koranischen Texten anschließen. Diese können auch als inspirierender Hintergrund genommen werden für sehr aktuelle Gestaltung und moderne Inszenierung.

Wir sind davon überzeugt: Die Abrahams-Geschichten – in den Heiligen Schriften von Judentum, Christentum, Islam - gehören zu den „Großen Erzählungen“ der Welt-Literatur, zur Erbschaft der Menschheit.   

(Quelle: jährliches Abrahamsfest Marl: Brief an Schulen und Jugend-Kultur-Zentren als Einladung zur Teilnahme mit eigenen kreativen Inszenierungen, mit allen kulturellen Künsten.)

 


17. Abrahamsfest Marl 28. Feb. 2018

Sachbericht:

  1. Abrahamsfest Marl/Kreis Recklinghausen: Herbst/Winter 2017

Thema: Umbrüche. Aufbrüche

Schirmfrau: Christel Neudeck (Troisdorf bei Bonn, zusammen mit Rupert Neudeck (posthum) Trägerin des Staatspreises NRW 2016)

 

  1. Thema, Kontexte, Träger, Dank:

Dieser Sachbericht behandelt das 17. Abrahamsfest Marl (Kreis Recklinghausen); es fand im Herbst /Winter 2017 statt: Zum 17. Marl seit Herbst 2001 veranstaltete die Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl zusammen mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde im Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat und der Stadt Marl das (jährliche) „Abrahamsfest Marl“. Hinzu kamen rund 60 thematische Kooperationspartner am Ort, in der Region und bundesweit. Es ist seit Anfang an ein ehrenamtlich durchgeführtes Projekt für ein friedliches Miteinander, für Nachbarschaft in Respekt, wechselseitiger Anerkennung  und im gemeinsamen Handeln. Es versteht sich als Projekt der Hoffnung – zumal in diesen sehr spannungsreichen Zeiten in der heutigen Welt. Es wird vielfältig gefördert  und genießt hohe Anerkennung.

Den Gesamten Sachbericht hier als PDF

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Plakat 17. Abrahamsfest

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Flyer 17. Abrahamsfest

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Sachbericht 16. Abrahamsfest

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